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Der  Ritter  war  ohnedieß  durch  die  treugam  Dei  um
manche  Tage  seiner  ritterlichen  Uebung  gekommen;  wie  froh
war  er  jetzt  nicht,  wenn  das,  was  schon  vorher  seine  Neigung
war,  auch  der  Weg  zum  Himmel  seyn  sollte!  Der  Bauer
duͤnkte  sich  Ritter  geworden  zu  seyn,  weil  er  die  Waffen  fuͤh—
ren  durfte;  und  wie  viel  Freude  fuͤr  ihn,  es  gieng  in  ferne
Lande!  Aller  Sünden  und  aller  Suͤndenschulden  war  der
Kreuzfahrer  quitt  und  ledig;  nach  Palaͤstina  ziehen,  galt  statt
aller  Buße.  Er  war  Soldat  der  Kirche,  genoß  also  alle  Vortheile
  eines  Unterthanen  der  Kirche.  Seine  Guͤter  standen
unter  dem  Schutz  der  Kirche,  sie  waren  so  heilig  als  Kirchenguͤter,
  und  vor  weltlichen  Richtern  konnte  er  nicht  mehr  verklagt
  werden;  Er  gehoͤrte  vor  das  geistliche  Forum.  Keiner
durft'  ihn  mehr  treiben,  und  der  Aufschub  der  Bezahlung
wurde  ihm  auch  nicht  durch  die  aufwachsenden  Zinsen  beschwerlich;
  der  Kreuzzug  dispensirte  von  den  Zinsen.  War  es  ein
Wunder,  daß  zu  einer  so  reizenden,  mit  so  vielen  äussern
Vortheilen  verknüpften  Unternehmung  zahllose  Schaaren  von
Menschen  zusammenströmten?

Der  ganze  Haufen  konnte  nicht  mit  einemmal  aufbrechen.
Gottfried  von  Bouillon  Herzog  von  Niederlothringen,  einer
der  größten,  edelsten  Kriegshelden  seiner  Zeit,  war  zum  Anführer
  ausersehen,  er  schickte  aber  die  größten  Schwärme  voraus
  oder  vertheilte  sie  unter  andere  Anführer;  denn  sein  Fanatismus
  war  von  der  edleren  Art,  welche  den  Kräften  der
Seele  bloß  einen  stärkeren  Trieb  und  eine  neue  Richtung
giebt,  ohne  dieselbe  zu  zerrütten.

Peter  der  Eremite  aber  zeg  selbst  an  der  Spitze  von
mehr  als  hunderttausend  Mann  voraus,  und  keine  Schandthat
  ist,  die  nicht  von  seinem  Haufen  verübt  wurde.  Juden
schlugen  sie  überall  todt,  es  gieng  nach  Palästina,  damit  wa-