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men  Europäischen  Seelen  in  neue  Bewegung  gesetzt:  der  heilige
  Bernhard  von  Clairvaux  schärfte  den  Königen  das  Gewissen,
  und  die  vereinigte  Macht  der  beiden  Reiche  Teutschland
  und  Frankreich  schien  den  Prophezeihungen  des  eifrigen
Cisterciensers  den  glücklichsten  Erfolg  zu  versprechen.  Aber
der  heilige  Bernhard  hatte  wohl  Recht,  wenn  er  das  über
alle  Befürchtung  traurige  Ende  den  Sünden  der  Christen  zuschrieb,
  den  Lastern  der  Kreuzfahrer,  der  tückischen  Bosheit
der  Griechischen  Christen,  und  selbst  auch  der  Untreue  derer,
welchen  man  in  Palästina  helfen  wollte.

So  viel  Teutsches  Blut  aber  dieser  Kreuzzug  gekostet
so  unternahm  doch  vierzig  Jahre  nachher  Friedrich  I.  einen
neuen,  der,  weil  die  Unternehmung  dießmal  auch  kriegerisch
  groß  und  gegen  einen  der  berühmtesten  Helden  der  Ungläubigen
  gerichtet  war,  eben  so  zahlreichen  Teutschen  Adel
wieder  herbeizog,  als  jener  erstere.  Es  hatte  sich  nehmlich
Saladin,  der  lange  bloß  als  Wesir  in  Aegypten  regiert,  nach
seines  Sultans  Tode  unabhängig  gemacht,  und  mit  der  Schleunigkeit,
  eines  Cäsarglücks  Sprien  und  Palästina  unterjocht,
selbst  Jerusalem  wieder  erobert.  Kaiser  Friedrich  schien  der
einzige  zu  seyn,  der  es  ihm  wieder  entreissen  könnte;  aber  er
fand  noch  auf  dem  Marsche  in  Armenien  seinen  Tod,  und
der  zugleich  veranstaltete  Kreuzzug  beider  Könige  von  England
und  Frankreich  Richard  I.,  und  Philipp  II.  konnte  bei  der
Verschiedenheit  der  Charaktere  und  Interessen  dieser  zwei  Prinzen
  unmöglich  einen  Ersatz  jenes  Verlusts  geben,  er  vermehrte
die  Schmach  der  Christen,  und  brachte  den  Krieg  aus  Palaͤ-stina
  nach  Europa  zurück.

Ungeachtet  der  sichtbar  unglücklichen  Folgen  wurde  es
doch  jedem  König,  der  die  Hülfe  des  Römischen  Hofs  nöthig
hatte,  und  besonders  den  Teutschen  Königen=  zur  Dankbar-