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keitspflicht  gemacht,  die  Christen  in  Palaͤstina  zu  retten.  Auch
Kaiser  Friedrich  II.  that  endlich  im  Jahr  1220  einen  neuen
Zug,  aber  der  Bann  des  Pabsis,  den  er  vorher  durch  sein  zehenjähriges
  Zaudern  verdient  haben  soll,  verfolgte  ihn  nun  selbst  nach
Palästina,  weil  ein  verbaunter,  ohne  neue  Erlaubniß  des
Pabsts  das  heilige  Land  zu  erobern  nicht  hätte  wagen  sollen.
Friedrich  eroberte  zwar  Ferusalem,  aber  selbst  durch  eigene  Angelegenheiten
  gedrungen  eilte  er  zu  schnell  zurück  nach  Italien,
als  daß  das  durch  innere  Uneinigkeiten  geschwächte  Reich  der
Christen  gegen  die  erneuerten  Angriffe  der  Unglaubigen  hätte
ausdauern  können.  Nach  vierzehn  Jahren  gieng  selbst  Jerusalem
  wieder  verloren,  und  der  Versuch  König  Ludwigs  IX.
von  Frankreich,  so  viel  auch  sein  veränderter  Man  zu  versprechen
  schien,  hatte  nach  dem  Unglück  bei  Mansura  in  Unterägypten
  nicht  einmal  so  weit  glückliche  Folgen,  daß  die  Morgenländischen
  Christen  auch  nur  Erleichterung  gewannen.

Sieben  und  zwanzig  Jahre  nach  Ludewigs  Tode,  der
auf  einem  zweiten  Kreuzzuge  in  Afrika  starb,  gieng  auch  der
letzte  Ueberrest  Christlicher  Herrschaft  i  im  heiligen  Lande,  Ptolemais
  vollends  verloren.

So  war  also  nach  zweihundertjaͤhrigen  Bestrebungen  mit
dem  Verlust  mehrerer  Millionen  Menschen,  wenigstens  fuͤr
den  Zweck,  auf  welchen  man  zunaͤchst  losgestuͤrmt  hatte,  gar
nichts  ausgerichtet  worden.

Sonst  macht  der  Fanatismus  fast  immer  moͤglich,  was
nach  ordentlichem  menschlichen  Unternehmen  unmoͤglich  schien,
aber  diesmal  arbeitete  ihm  gar  zu  viel  entgegen,  und  es  kam
hier  nicht  nur  auf  einen  heftigen  Anlauf,  sondern  auf  ausdaurendes
  planmäßiges  Verfahren  an.  Die  treulosen  Griechen
  thaten  alles,  was  den  Lateinern  schädlich  werden  konnte,
und  zu  ihrem  Sectenhaß  kam  noch  die  Furcht,  von  diesen

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