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als  Frankreich  und  Italien  an  den  Kreuzzügen  Theil  genommen
  hatte,  auch  einen  eigenen  Orden  nöthig  zu  haben  schien,
da  jene  zwei  ersteren  Orden  fast  ganz  von  Franzoͤsischen  Rittern
  besetzt  waren.  Die  Belagerung  von  Ptolemais  gab  die
nächste  Veranlassung  zu  Entstehung  einer  solchen  Ritterverbindung,
  und  Cölesiin  III.  erhub  sie  zu  einem  Orden.  Bloß
Teutsche  —  so  foderte  es  ihr  Zweck  —  konnten  in  diese  Verbindung
  kommen,  und  da  sich  gleich  die  ersten  Ordensmeister
gar  nicht  darauf  einschränkten,  bloß  in  Palästina  sich  behaupten
  zu  wollen,  so  rief  Herzog  Konrad  von  Masovien  dieselbe
nach  Preussen,  wo  ihr  Schwert  eben  so  bekehrte,  wie  Karl
der  Große  die  Sachsen  bekehrt  hatte.  Der  Orden  war  Anfangs
  äußerst  sirenge,  und  selbst  auch  da  noch  äußerst  strenge,
wie  sich  ihre  Pflicht  auf  Vertheidigung  der  Christlichen  Religion
  überhaupt  erweiterte.  Sie  waren  die  einzigen  Ritter,
welche,  auch  nachdem  es  unmöglich  war,  länger  in  Palästina
zu  bleiben,  der  Ausbreitung  der  Christlichen  Religion  in  Europa
  noch  nätzten.  Die  Preussen  hatten  sich  gegen  alle  Predigten
  ihrer  Apostel  und  besonders  die  der  Cisterciensermönche
eigensinnig  gemacht,  und  konnten  auch  durch  die  Kreuzzüge
der  Dänen,  Polen  und  Pommern  nicht  bezwungen  werden.
Herzog  Konrad  von  Masovien  bat  sich  also  endlich  vom
Pabst  die  Teutschen  Ritter  aus,  und  diese  machten  den  heidnischen
  Preussen  zum  Christen,  zugleich  aber  auch  zu  ihrem
gedrückten  Unterthan.  Eine  fast  ununterbrochene  Reihe  eines
acht  und  fünfzigjährigen  Blutvergiessens  schwächte  die  Macht
des  Volks  so  sehr,  daß  es  endlich  an  Kraft  oder  in  manchen
Gegenden  an  Menschen  fehlte.  Mit  gleicher  Grausamkeit
erweiterten  die  Teutschen  Ritter  die  Gränzen  der  Christenheit
auch  nach  Litthauen  binein.