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Dalaj-Lonna.  Dschingis-Chans  Nachfolger.  Litthauen  für  das
Christenthum  gewonnen.

Indeß  der  Rdmische  Bischof,  Moses  und  Aaron  zugleich
seyn  wollte,  und  dafür  selbst  auch  die  Revolution  der  Kreuzzüge
benützte,  so  kam  ein  sogenannter  Nestorianischer  Priester  im
oͤstlichen  Asien  viel  schneller  zu  diesem  Zweck.  Er  machte  sich
nach  dem  Tode  des  Keuchans,  Königs  von  Tibek,  mit  Gewalt
  der  Waffen  zum  Herrn  des  Reichs,  war  Oberpriester
und  König,  und  spielte  diese  Rolle  mit  aller  der  Eitelkeit  und
Mißhandlung  seiner  Unterworfenen,  welche  man  bei  Asiatern
gewohnt  ist.  Ob  man  dieses  Phänomen  in  der  Geschichte
der  Ausbreitung  der  Christlichen  Religion  für  wichtig  halten
  dürfe  ist  ungewiß.  Kaum  kann  diese  Religion  des  Dalaj-Lonna
  Chrisienthum  heißen;  denn  ihr  höchst  ungereimter
Aberglaube  übertrifft  alles  dieser  Art,  was  man  sonst  in  der
Geschichte  der  Christlichen  Völker  nicht  weit  suchen  darf.
Ueberhaupt  war  wohl  dieser  sogenannte  Priester  Johann
nie  ein  so  mächtiger  Monarch,  als  man  aus  seinen  eigenen
Großsprechereien  gegen  Kaiser  Friedrich  I.  geglaubt  hat.
Dschingischan,  ein  vielleicht  noch  größerer  Held  als  Friedrich
  und  Saladin,  auf  deren  Zeitalter  er  unmittelbar  folgt,
unterwarf  sich  denselben,  und  die  nachfolgende  Wiedervereinigung
  der  geistlichen  und  weltlichen  Macht  hat  der  Christlichen
  Religion  keinen  weitern  Nutzen  geschafft.

Aber  Dschingischans  Nachfolger  wurden  in  Polen,  Rußland
  und  beinahe  selbst  auch  einem  Theile  von  Teutschland
eben  das  für  die  Christliche  Religion,  was  ehmals  Normänner
  und  Madscharen  gewesen  waren.  Wie  ein  Heer  verwüsiender
  Heuschrecken  verbreitete  sich  der  Schwarm  über  den
größten  Theil  des  dülichen  und  westlichen  Asiens,  über  Ruß=