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Tochter  des  letzten  Piasten,  Koͤnigs  Ludwigs,  deren  Brautschatz
  die  Krone  Polen  war,  wollte  nur  einen  Christen  zum
Gemahl  haben,  nun  hielt  Jagello,  wie  Heinrich  IV.,  die
Krone  einer  Messe  werth,  er  bestieg  den  Thron  unter  dem
Namen  Wlgdislav  II.;  sein  Volk  mußte  zugleich  mit  ihm
tauschen.

C.  5..

Timur.  Hauptrevolutionen  der  zweiten  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts.


Höchsttraurig  aber  sind  für  die  Kirchengeschichte  die  Begebenheiten
  der  letzten  Jahrzehende  des  vierzehnten  und  der  Anfang
  des  fönfzehnten  Seculums.  Timur,  ein  Tatarischer
Bek  von  Kesch  bei  Samarkand  hatte  sich  nach  und  nach  mit
so  vielem  Glück  in  die  obersten  Wesirsiellen  des  Dschagataischen
  Chans  geschwungen,  daß  er  endlich  Selbstherr  wurde.
Noch  kriegerischer  als  Dschingischan  stürmte  er  über  Persien
und  Indien  hin,  unterjochte  Astrakan  und  Kasan,  drang  in
Rußland  ein.  Den  Türkischen  Sultan  Bajeßid  stürzte  er
vom  höchsien  Gipfel  seines  Kriegsglücks  herab,  und  nur  sein
Tod  rettete  Sina  von  einer  neuen  Mogolischen  Unterjochung.
Timur  war  ein  Muhamedaner  von  der  Secte  der  Schijiten,
und  nahm  als  Glaubensartikel  an,  was  auch  die  damalige
Chrisiliche  Kirche  dafür  hielt,  daß  man  die  Genossen  anderer
Religionen  und  Secten  mit  Feuer  und  Schwert  bekehren
müsse.  Christen  und  Türken  verfolgte  er  deswegen  mit  unerhörter
  Grausamkeit,  und  sein  Tod  war  für  beide  die  größte
Wohlthat.

Die  wichtigsten  Veränderungen  der  politischen  Welt
drängen  sich  gleichsam  in  die  zweite  Hälfte  des  fünfzehnten
Jahrhunderts  zusammen,  und  alle  haben  mehr  oder  weniger,