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fruͤher  oder  spaͤter  den  groͤßten  Einfluß  auf  den  Zustand  der
Christlichen  Kirche  gehabt.

Im  dritten  Jahr  dieser  zweiten  Haͤlfte  des  fuͤnfzehnten

Seculums  wurde  auch  der  letzte  Ueberrest  des  Griechischorien-1453

  talischen  Kaiserthums  vollends  vertilgt.  Muhämmed  II.
machte  die  heilige  Sophienkirche  zur  Moschee.  Die  ganze
Griechische  Kirche  seufzt  nun  ohne  Rettung  in  der  drückendsten
  Sklaverei,  und  doch  waren  die  Türken  noch  menschlicher
gegen  die  Chrisien  in  ihren  Ländern,  als  diese  gegen  den
Muhammedauer,  wo  sie  denselben  ihren  orthodorkatholischen
Eifer  fühlen  lassen  konnten.  Ferdinand  von  Castilien  ero-1491

  berte  Grenada,  das  dürftige  Ueberbleibsel  der  ehmals  fast
über  ganz  Spanien  verbreiteten  Arabischen  Oberherrschaft.
Er  hielt  den  Ueberwundenen  die  versicherte  Religionsfreiheit,
wie  Ludwig  XIV.  das  Edict  von  Nantes,  und  der  Verlust
vieler  tausend  Juden,  der  thätigsten  seiner  Unterthanen,  welche
er  mit  Gewalt  vertrieb,  wurde  ihm  vom  Pabst  unendlich
reich  vergolten,  durch  den  Titel  katholischer  König.
Wie  traurig  für  den,  der  in  großen  Männern  der  vorigen
Jahrhunderte  die  Würde  der  Menschheit  verehrt,  daß  selbst
FKimenez,  Spaniens  Richelien,  alle  diese  Entwürfe  gebilligt
und  so  viel  in  seinen  Kräften  war  mit  ausgeführt  hat.

Mit  dem  letzten  Jahrzehend  des  fünfzehnten  Seculums
eröffnet  sich  endlich  ein  ganz  neuer  Schauplatz.  Zwei  Welthälften,
  zwischen  welchen  vielleicht  seit  mehreren  Jahrtausenden
  keine  Verbindung  war,  bringt  das  unternehmende  Genie
eines  Genuesischen  Seefahrers  in  die  entscheidendste  wechselsweise
  Wirksamkeit.  Unter  den  Waaren,  welche  der  Europäer
  und  besonders  der  Spanier  sogleich  an  alle  fremde,  ihm
neu  bekannt  gewordene  Völker  absetzen  wollte,  war  eine  der
ersten  —  seine.  Art  des  Gottesdiensts.  Schon  die  Portugie-