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sen  hatten  bei  ihren  allmäligen  Entdeckungen  der  kleinen  Koͤ-nigreiche
  auf  der  Afrikanischen  Küste  dem  Christenthum  einige
  Colonien  gewonnen;  sie  hatten  dieses  dem  Pabst  versprechen
  müssen,  da  ihnen  derselbe  mit  unerhörter  Großmuth
alle  Länder  schenkte,  welche  sie  entdecken  würden,  und  durch
gleiche  Pflicht  der  Dankbarkeit  waren  auch  die  Spanier  gefesselt,
  welchen  Alerander  VI.  eine  so  schöne  Portion  zutheilte,
da  er  durch  Ziehung  seiner  Demarkationslinie  über  mehr  als
die  Hälfte  der  Welt  wie  über  eine  Kirchenpfründe  disponirte.

Zur  Ehre  der  Spanischkatholischen  Geistlichkeit  muß  man
rühmen,  daß  sie  im  Anfang  den  armen  Amerikanern  den
Genuß  der  Menschheitsrechte  nicht  nur  gestattet,  sondern  selbst
mit  vielem  Eifer  gegen  die  Habsucht  der  Spanischen  Großen
verfochten  hat;  daß  sie  nicht  gewaltsam  bei  ihrer  Bekehrung
verfahren,  sondern  den  Weg  allmäliger  Aufklärung  selbst  nach
häufigem  Mißlingen  versucht  hat.  Fast  schien  auch  dieser
bei  der  natürlichen  Indolenz  und  Stumpfheit  der  Americaner
  wenigstens  für  den,  der  den  Fortgang  nach  Proselytenkbpfen
  zählte,  ganz  unbrauchbar  zu  seyn.  Der  Spanische  Klerus
  wurde  endlich  müde,  und  bekehrte  zuletzt  mit  eben  der
Fertigkeit,  deren  er  im  mittlern  Zeitalter  gewohnt  war.  Der
Pabst  kam  den  Unglücklichen  doch  noch  zu  Hülfe,  er  erklärte
sie  in  einer  eigenen  Bulle  für  vbernünftige  Geschöpfe,  für
solche,  die  zu  allen  Vorrechten  eines  Christen  berechtigt  seyen.

.  6.

Seit  Gregors  Zeiten  zog  sich  also  der  Hauptschauplatz
der  Christlichen  Kirche  immer  mehr  nach  Europa  herüber,
und  die  merkwürdigsten  fortdaurenden  Besitzungen,  welche  sich
die  Christliche  Religion  erwarb,  waren  im  Europäischen  Norden.
  Der  Pabst  war  zwar  nicht  unthätig  für  die  Ausbreitung
  derselben  gewesen,  und  hatte  auch  die  Bettelorden  als