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Großen  dieselbe  als  Gegenmacht  zu  brauchen  gesucht;  nun  sollten
  mit  einemmal  alle  diese  so  maͤchtig  und  reich  gewordenen
Geistlichen  aus  allen  Lehensverhältnissen  mit  dem  Kaiser  herausgeriffen
  werden,  künftighin  keinen  Vasallendiensi  thun,  und
auf  die  Ersetzung  dieser  wichtigen  Stellen  sollte  der  Kaiser  keinen
Einfluß  mehr  haben;  er,  der  sich  durch  wirkliche  Ertheilung
oder  gemachte  Hoffnung  derselben  ehedem  so  manchen  treuen
Diener  erworben  hatte.
Man  sieht  im  ganzen  Streit  deutlich,  die  Päbste  wußten
selbst  nicht  recht  was  sie  wollten,  oder  die  Nachfolger  faßten
den  ganzen  Plan  und  die  Gesinnungen  dessen  nicht,  der  zuerst
  den  Streit  rege  gemacht  hatte.  Paschal  II.,  der  zu  Anfang
  des  zwölften  Jahrhunderts  regierte,  war  so  einfältig,  dem
Kaiser  Heinrich  V.  den  Vorschlag  zu  machen,  daß,  wenn  er
sich  der  Investitur  begeben  würde,  die  Bischöfe  alle  weltliche
  Güter  herausgeben  sollten.  Wie  der  Kaiser  ohne  Bedenken
  einschlug,  denn  auf  einmal  wäre  er  dadurch  wenigstens
  auf  einige  Zeit  zum  Despoten  Teutschlands  und  Italiens
  geworden,  so  entstand  allgemeiner  Tumult  der  Bischöfe
und  weltlichen  Fürsten;  man  sah  den  Pabsi  fär  den  zweiten
Judas  an,  er  konnte  nicht  schnell  genug  zurücktreten.  "
Unter  Calirt  II.,  der  nach  Gelastus  II.  Tod  auf  Paschal
  folgte,  endigte  sich  endlich  der  ganze  Streit  in  dem  bekannten
  Wormser  Concordat,  aber  auf  eine  Art,  über  welche  wir  uns
nun  nach  sechs  Jahrhunderten  nicht  genug  wundern  können,
und  wo  wir  es  uns  aus  Verwunderung  beinahe  abläugnen
mochten,  daß  wir  es  recht  wüßten.  Der  Vergleich  wurde
so  geschlossen,  als  ob  bisher  bloß  über  die  Zeichen  der  Belehnung
  gesiritten  worden  wäre,  der  Kaiser  versprach  nur,  auf
die  bisherige  Art  nicht  zu  investiren.  Die  Wahlfreiheit  der
Stifter  hatte  er  oft  vorher  versichert;  hierinn  geschah  also