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nichts  neues;  außer  daß  die  Versicherung  itzt  allgemeiner
wurde,  und  nicht  bloß  Privilegium  war,  sondern  Vertrag,
zwischen  dem  geistlichen  und  weltlichen  Oberhaupt  der  Christenheit
  auf  das  feierlichste  errichtet.  Aber  dabei  war  das
ganze  Vereinigungsinstrument  der  so  lange  entzweiten  Partien
  so  auf  Schrauben  gesetzt,  daß  es  nicht  zehn  Jahre  anstand,
  so  fieng  der  Streit  hie  und  da  wieder  von  neuem  an.

Fast  eben  so  gieng  es  in  Frankreich  und  England.  Die
Partien  drehten  sich  zwischen  unbestimmten  Forderungen  und
ungleichfoͤrmigen  Weigerungen  herum,  doch  sieht  man  deutlich,
daß  es  dem  Klerus  darum  zu  thun  war,  die  Lehensverbindungen
  ganz  aufzuheben,  und  mit  denselben  auch  der  Last
loszuwerden,  daß  der  Kdnig  die  Einkünfte  des  vacantgewordenen
  Bisthums  und  die  Hinterlassenschaft  des  verstorbenen
Bischofs  erben  sollte.  Im  Concordat  des  Pabsts  mit  Teutschland
  stand  von  allem  diesem  kein  Wort,  aber  Anselm,  der
berühmte  Nachfolger  Lanfranks  in  der  Stelle  des  Englischen
Pimaten,  ist  hier  gewiß  ein  eben  so  gültiger  als  deutlicher
Jeuge  der  Hauptabsichten  des  Klerus.

Teutschland  hatte  zwar  im  zwölften  Jahrhundert  an
Lothar  II.  Konrad  III.  und  Friederich  I.  drei  Kaiser,  von
welchen  immer  der  Nachfelger  seinen  Vorgänger  an  Muth
und  Einsicht  übertraf,  und  da  vollends  Friedrichs  Sohn  und
Nachfolger  Sicilien  erheurathete,  Teutschland  beinahe  Staufisches
  Erbreich  zu  werden  schien,  so  war,  dem  ersten  Anblick
  nach,  der  Jeitpunct  sehr  nahe,  daß  bei  der  ohnedieß
steigenden  Aufklärung  des  Zeitalters  die  Macht  des  Roͤmischen
  Bischofs  wieder  zum  bloßen  Ansehen  des  ersten  Prälaten
  der  Chrisienheit  herabsinken  mußte.  Doch  neben  dem,
daß  der  Staufische  Stamm  gerade  im  Zeitpunct  seines  schoͤnsten
  Flors  innerhalb  eines  Jahrzehends  fast  völlig  verdorrte,