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So  bald  sich  an  einem  solchen  Orte  ein  großer  Haufen
von  Lehrern  und  Lernenden  versammelte,  so  schlossen  sich  diese
bei  ihren  gemeinschaftlichen  Zwecken  und  bei  gewissen  gemeinschaftlichen
  Beduͤrfnissen  in  eine  Gesellschaft  zusammen:  Sie
bildcten  vereinigt  einen  kleinen  Staai  unter  sich,  der  bald  auch
von  dem  Regenten  gewisse  Privilegien  erhielt,  und  durch  Vervollkommnung
  seiner  innern  Einrichtung  in  kurzem  vor  allen
noch  übrigen  Kloster=  und  Domschulen  auf  das  vortheilhafteste
sich  auszeichnete.  Alle  diese  verödeten  allmälig,  und  diese  Veraͤnderung
  der  Sammelpuncte  der  Studirenden  hatte  auf  Litteratur
  und  Teutsche  Kirchenverfassung  einen  Einfluß,  dessen  ganze
Größe  erst  nach  einem  Fahrhundert  übersehen  werden  konnte.

Derlletzte  Ueberrest  des  gemeins  chaftlichen  Lebens  der  Domherru
  war  hie  und  da  noch  das  Zusammenwohnen  der  Scholaren
  gewesen,  aber  seitdem  die  Domschule,  verödete,  verschwand
auch  vollends  diesel  letzts  Erinnerung  an  die  alte  Verfassung
und  besonders  in:  Ansehung  des  Kirchenrechts  brachten  die
Jünglinge  von  Bologna  ganz.  andere  Kenntnisse  zurück,  als
sie  auf  einer  ubenachbarten  Kloster  odet  Domschule  geholt  haben
  würden.  Ftaliänische  Kirchenverfassung  war  das  Muster,
  das  sie  in-  Bölogna  vor  Augen  hatten,  Jtaliäner  waren
  ihre  Lehrer,  der  Römische  Hof  das  Muster  in  der  Nähe,
dessen  üsus!  modernus  durch  die  Vorlesungen  der  Professoren
vorzöglich  bekannt  und  unvermerkt  als  einzige  Richtschnur
angesehen  wurde.

Kein  anderer  Canal  hälte  zasch  trwünschter  den  Päbsten
sich  öffnen  können,  um  jedesrihrer  neuen  Gesetze  unbemerkt
dem  ganzen  Européischen  Publicum  mitzutheilen,  als  dieses
zufällig  entstandene  Instituk  in  Bologna  war,  und  wie  die
NRömischen  Bischöfe  mit  allem  Bewußtseyn  der  Wichtigkeit  der
Sache  auf  dieses.  neue  Institut  zu  wirken,  dasselbe  in  ihrem