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Daher  jene  Beweise  der  tiefsten  Erniedrigung,  welche
selbst  Friedrich  I.  von  Alerander  III.  leiden  mußte;  daher
die  glücklichen  Versuche  des  Pabsts  gegen  England,  wo  einer
der  weisesten  Könige,  Henrich  II.  regierte.

.  13.
Henrich  II.  und  Thomas  Becket.

Henrich  II.  hatte  mit  eben  so  viel  Klugheit  als  Standhaftigkeit
  die  Usurpationen  seines  Klerus,  unter  dessen  Begönstigung
  sich  ehedem  ein  paar  der  Söhne  Wilhelms  des
Eroberers  unrechtmäßig  in  den  Besitz  des  Reichs  gesetzt  hatten,
  durch  die  weisesien  Gesetze  einzuschränken  gesucht.  Er
knüpfte  das  Vasallenverhältniß  der  großen  Geistlichen,  von
welchem  diese  sich  loszumachen  suchten,  unauflöslich  fest.  Er
unterwarf  seine  Geisilichkeit  auch  der  weltlichen  Gerichtsbar-=keit,
  und  verbot,  um  sie  zu  entwaffnen,  daß  jemals  ohne
sein  Vorwissen  Bann  ausgesprochen  werden  durfte.  Ein
großer  Theil  seines  Entwurfs  war  schon  ausgeführt,  als
Henrich  selbst  durch  verfehlte  Wahl  eines  Erzbischofs  von
Canterbury  alle  gute  Wirkungen  wieder  vernichtete,  und  eine
Reihe  der  prüfendsten  Trübsalen  sich  zuzog.

Henrich  hatte  nehmlich  einen  Minister,  Thomas  Becket,
der  lange  Zeit  Mitgenosse  aller  seiner  Vergnügungen  und
Vertrauter  seines  Herzens  war;  einer  der  ausschweifendsten
Männer  in  ganz  England,  ein  rechter  Sohn  der  Freude.
Wen  sollte  Henrich  zum  Primaten  von  England  machen
als  diesen,  um  völliger  Herr  über  die  Kirchen  seines  Reichs
zu  bleiben?

1162  An  dem  Tage  aber,  da  Thomas  die  erzbischöfliche
Wuͤrde  aus  der  Hand  seines  Koͤnigs  empfieng,  war  er  mit
einemmal  voͤllig  veraͤndert.  In  Eifer  und  aͤußerer  Gebaͤrde
ein  Heiliger  strenglebend  wie  ein  Carthaͤuser,  und  voll  Ernsts