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lichtiesen  Eindruck  muß  diese  Ceremonie  auf  ein  Zeitalter
voll  Aberglauben  gemacht  haben,  das  den  ganzen  Gottesdienst
in  jene  äußere  Ceremonien  setzte?  Wie  muß  ein  Volk  seinen
Regenten  verflucht  haben,  der  durch  seine  Sünden  ein  ganzes
  Land  um  zeitliche  und  ewige  Glückseligkeit  brachte?

So  war's  mdglich,  daß  es  Innocenz  III.  dahin  bringen
  konnte,  wohin  es  bisher  noch  kein  Pabst  gebracht  hatte,
daß  er  von  den  Teutschen  Kaisern  wie  von  seinen  Lehensleuten
  sprach,  oder  wie  von  Bischöfen,  deren  Würdigkeit  er  erst
sorgfältig  untersuchen  müßte,  ehe  er  dieselbe  in  ihrer  Würde
bestätigen  könnte,  daß  er  das  Königreich  England  bald  an
Frankreich  verschenkte,  bald  wieder  mit  scheinbarer  Barmherzigkeit
  seinem  König  zurückgab.

Gregor  VII.  hatte  doch  noch  vor  den  Synoden  einigeii
Respcct  bezeugt,  und  seine  gewaltthätigsten  Gesetze  durch  einigen
  Synodalschein  zu  heiligen  gesucht.  Innoceitz  III.  hielt
im  Jahr  1215  im  Lateran  eine  große  allgemeine  Kirchenversammlung)
  aber  er  achtete  die  versammelten  Bischoͤfe  nicht
einmal  einer  scheinbaren  Berathschlagung  würdig,  sie  mußten
  gern  oder  ungern  alles  unterschreiben,  was  er  ihnen  dictirte.


Bisher  war  das  Schwert  nur  gegen  Muhamedaner  und
Juden  gerichtet:  itzt  wurde  das  Kreuz  auch  gegen  die  Ketzer
gepredigt,  und  da  Graf  Raimund  von  Tbulouse  die  freimüthigen
  Akbigenser  nach  der  Willkühr  des  Pabsts  nicht  verfolgen
  wollte,  so  schenkte  der  Pabst  seine  Länder  deni  Grafen
Simon  von  Montfort,  und  gab  jenem  den  zeitlichen  und
ewigen  Fluch.

S.  14.
Entstehung  der  Dominicaner  und  Franciscaner.
Nichts  fehlte  vollends  —  als  Bettelmönche  und  Inqui-