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sition.  Man  lachte  schon  lange  uͤber  die  eifrigen  orthodoxen
Geistliche  und  Moͤnche,  welchen  ihre  Orthodorie  und  ihr
Eifer  so  reichliche  Nahrung  und  Kleider  gab.  Selbst  auch
der  Pabst  beschwerte  sich  über  sie,  daß  es  ihnen  kein  Ernst
sey,  Gottes  Wort  zu  predigen  und  das  Volk  zu  unterrichten,
und  gewöhrlich  gaben  die  Anführer  der  mißvergnügten  Partien
  ihre  Armuth  und  ihre  Blöße  als  den  redendsten  Beweis
an,  wie  aufrichtig  es  ihnen  einzig  um  Gottes  Sache  zu  thun
sey.

Einen  vornehmen  Spanier  Dominicus  Guzmann  ruͤhrte
der  Schaden  Josephs.  Er  warf  seine  Chorherrnkleidung  hinweg,
  zog  einen  Bettlersrock  an,  bettelte  sein  Brod  von  Haus
zu  Haus,  und  predigte  uͤberall,  wo  er  hinkam.  Das  war
nun  einmal  auch  wieder  ein  heiliger  Apostel,  der  ohne  Silber
  und  Gold  ausgieng;  seine  apostolische  Bemühungen  waren
  besonders  im  südlichen  Frankreich  nicht  ohne  Erfolg.  Wie
gern  erlaubte  ihm  der  Pabst  im  Jahr  1216  einen  Orden  von
Mönchen  zu  stiften,  dessen  Zweck  nicht  sowohl,  wie  bei  allen
bisherigen  Möuchsfamilien,  auf  verschiedene  Uebungen  und
Anstalten  zur  eigenen  sogenannten  höhern  Vollkommenheit
gieng,  sondern  auf  Wirksamkeit  unter  dem  Volk,  auf  Predigen
  und  Unrerweisung  desselben,  uneingeschränkt  auf  irgend
eine  Didcese.

Freund  und  Zeitgenosse  des  Dominicus  war  ein  Italiaͤ-ner
  Franz  von  Assiss,  ein  Mann,  dem  man  alle  Ehre  anthut,
  wenn  man  glaubt,  es  habe  ihm  im  Kopfe  gefehlt.  In
der  Jugend  lebte  er  unordentlich,  und  da  ihm  einmal  in  einer
  Krankheit  die  Nähe  des  bevorliehenden  Todes  alle  Schre,
cken  der  Zukunft  zeigte,  so  verfel  er  in  eine  moralische  Schwär,
merei,  die  sich  nach  damaliger  Denkart  durch  völlige  Verläugnung
  aller  Bequemlichkeiten  des  Lebens  dußerte,  Prose-