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lpten  suchte,  und  unter  dem  großen  Haufen  bald  Proselyten
fand.  Auch  diese  Asceten  wurden  endlich  1223  mit  Bewilligung
  des  Pabsts  Honorius  III.  ein  eigener  Orden,  der
sich  aus  Demuth  fratres  minores  nannte,  und  von  jenem
erstern  der  Dominicaner  anfangs  fast  nur  durch  Kleidung
und  reizbarere  Schwärmerei  unterschied.

Diese  zwei  Orden  haben  sich  in  unglaublicher  Schnelle
ausgebreitet,  und  zum  beschleunigteren  Verderben  des  innern
Zustandes  der  katholischen  Kirche  viel  beigetragen.  Die  Stiftung
  eines  Franciscaner=  und  Dominicanerklosters  war  viel
leichter,  als  vorher  die  Stiftung  jedes  andern  Klosters.  Wenn
nur  der  Klosterbau  fertig  war,  die  künftigen-Bewohner  desselden
  erhielten  sich  von  selbst  wie  die  Bienen.  Den  Brüdern
beider  Orden  wurde  vom  Yabst  erlaubt,  überall  zu  predigen,
lberall  Beichte  zu  hören  und  Indulgenzen  so  reichlich  zu  erheilen
  als  sie  kein  Bischof  ertheilen  konnte.  So  verloren  die
Bischdfe  als  Seelsorger  ihrer  Gemeinen,  und  jeder  Dorfprie-=ter
  in  seinem  kleinen  Sprengel  alle  Liebe  und  alles  Zutrauen,
ind  endlich  selbst  auch  alle  Kenntniß  der  einzelnen  Mitglieder
  ihrer  Gemeinen;  alles  eilte  dem  Pater  Franciscaner  zu,
venn  er  ins  Dorf  kam.  Das  rohe  Volk  lachte  der  Seelorge
  und  der  Ermahnungen  seines  Pfarrers;  der  Pater
Franciscaner  absolvirte  für  leichtere  Strafen  oder  beichtete
nan  wenigsiens  lieber  bei  dem,  der  als  ein  Fremder  im  Ort
lber  die  Vollständigkeit  und  Wahrheit  der  Beichte  minder
sewiß  urtheilen  konnte.  „

Wollte  von  dieser  Zeit  an  ein  Pabst  Unruhen  in  itgend
inem  Reiche  anrichten,  wer  war  ihm  dazu  geschickter  als
jiese  Bettelmönche?  Kein  anderer  Geistlicher  und  kein  anderer
  Mönch  kam  so  unter  dem  niedrigsten  Volk  und  so  weit

ind  breit  herum  als  Franciscaner  und  Dominicaner.,  Bischöfe
Spittler's  sämmtl.  Werke.  1I.  Bd.  17