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densinteresse  in  die  Wissenschaften,  und  zu  dem  gewoͤhnlichen
Lehrersansehen,  deren  Folgen  fuͤr  dieses  Zeitalter  schaͤdlich  genug
  waren,  kam  noch  gewoͤhnlich  die  Liebe  zum  Mitgliede
des  Ordens,  dessen  Ruf  für  die  Ehre  des  ganzen  so  vortheilhaft
  schien,  daß  jeder  seiner  Aussprüche  orakelmaͤßig  erhoben
wurde.  Daher  kommen  in  diesem  Zeitalter  die  doctores  seraphici,
  angelici  und  irrefragabiles.  Daher  verlor  sich  ganz
die  alte  nicht  ungeschickte  Scholastik.  Thomas  von  Aquino
und  Bonaventura  wurden  allmälig  die  Quellen  der  Tradition.
  Auch  mußte  nothwendig  die  ganze  Scholastik  in  eine
unglückliche  casuistische  Disputirsucht  ausarten,  je  mehr  man
sich  bloß  auf  diese  Quellen  einschränkte.

Ueberbaupt  mußte  wohl  selbst  auch  schon  der  Mönchscharakter,
  wie  er  sich  in  Bettelorden  bildete,  auf  die  Gelehrten
dieser  Orden  Einfluß  haben.  Mehr  als  bei  irgend  einem  andern
  Mönchsorden  lag  Fanatismus  bei  diesen  zum  Grunde,
und  führte  zu  ider  gereiztesten  Disputirsucht,  deren  Folgen
in  der  eigenen  Geschichte  dieser  Orden  sich  zeigten,  und  oft
auch  in  den  Bemühungen  mancher  gelehrten  Männer  derselben
  sichtbar  wurden,  womit  sie  ungereimten  Volksaberglauben,
  den  einmal  ihr  Orden  ergriffen,  zur  wissenschaftlich  pass
senden  Hypothese  zu  machen  wußten.

6.  15.
Ursprung  der  Inquisttion.

Der  Orden  des  heiligen  Dominicus  bekam  schon  siebzehn
  Jahre  nach  seiner  Stiftung  noch  einen  besondern  Auftrag,
  der  nach  der  Denkart  des  damaligen  Zeitalters  mit
seiner  Lehrer=  und  Predigerpflicht  zusammenhängend  zu  seyn
schien.  Wenn  der  heilige  Eiferer  und  seine  Gehülfen,  die
ausgegangen  waren,  Ketzer  zu  bekehren,  mit  Ermahnungen
und  Beweisen  gegen  die  Halsstarrigen  nicht  fertig,  wurden,

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