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rungen  enthielt,  von  der  Seite  des  Königs  in  recht  profane
und  den  Römischen  Bischof  entweihende  Ausdrücke  ausbrach.
Bonifacius  schrieb  von  völliger  Immunität  der  Geistlichkeit

von  aller  weltlichen  Regierung,  behandelte  die  Franzöfssche
Kirche,  deren  Bischöfe  für  den  König  sich  erklärt  hatten,  als

eine  wahnsinnige  Tochter,  sprach  von  der  päbstlichen  Machtvollkommenheit
  in  Absetzung  der  Könige;  Philipp  schrieb  in
solchen  gesucht  harten,  beleidigenden  Ausdrücken,  und  setzteso
kühn  jeden  Wohlstand  bei  Seite,  als  ob  er  jedes  Mittel  einer
künftigen  Wiedervereinigung  zernichten  wollte.  Offenbar  wollte

er  auch  mit  diesem  Pabst  nie  mehr  Friede  schließen,  wie  vollends
  sein  letzter  Schritt  bewies,  da  er  seinen  Canzler  Nogaret

  mit  Geld  nach  Italien  schickte,  ein  kleines  Corps  daselbst
zu  werben,  und  ihm  den  Pabst  unter  Beistand  der  Colonnen
zu  liefern.  Bonifacius,  nachdem  er  zu  Anagni  die  persdnlich
härtesten  Beleidigungen  von  diesem  Gesandten  Philipps  erlitten,
starb  in  der  auhersten  Erbitterung.  «
s.17.
Innere  Streitigkeiten  der  Franciscaner.

Niemand  hatte  auf  eine  solche  Veraͤnderung,  die  so  schnell
und  gerade  im  Zeitpunct  des  hoͤchsten  paͤbstlichen  Flors  sich  ereignete,
  mehr  vorbereitet,  als  gerade  die  groͤßten  Lieblinge  des

Pabsis  die  Franciscaner.  Kaum  war  der  Orden  acht  Jahr

alt,  so  fieng  schon  ein  großer  Theil  der  Moͤnche  an,  allerhand
Auslegungen  der  Regel  zu  machen,  und  mit  einem  gefährlichen
deutlenden  Scharfsinn  nicht  mehr  auf  den  Buchstaben  der  Regel
  sondern  auf  den  Geist  derselben  sehen  zu  wollen.  Franz
hatte  befohlen,  nur  so  viel  zu  betteln,  als  sich  nicht  durch  Arbeit
  verdienen  lasse.  Seine  Mönche  thaten  nun  aber  in  allweg
  gar  nichts  als  betteln.  Franz  hatte  alle  Erklärungen  seiner
  Regel  auf  das  nachdrücklichste  verboten:  so  machten  sie  also