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Glossen  darüber,  denn  von  Glossen  hatte  Franz  namentlich
nichts  gesagt.  Nach  den  deutlichen  Worten  der  Regel  sollten
weder  einzelne  Moͤnche,  noch  das  ganze  Kloster,  noch  der  ganze
Orden  etwas  ·  eigenes  haben:  ehe  aber  acht  Jahre  vergangen
waren,  hatten  sie  schon  die  Distinction  erfunden,  das  Eigenthum
aller  der  Sachen,  welche  sie  brauchen  wollten,  gehoͤre  dem  heili,
gen  Stuhl,  aber  ihnen  sey  die  Nutzniehung.  So  haͤtten  sie
sich  bald  so.  viel  schenken  lassen  koͤnnen,  als  Benedictiner,  bald
so  herrlich  gelebt  als  alle  Ubrige  Mönche,  und  immer  versichert,
sie  seyen  bettelarm,  das  Eigenthum  aller  ihrer  ausgebreiteten
Besitzungen  gehöre  dem  Pabst.  Mit  diesen  fleischlichen  Eregesen
  war  ein  großer  Theil  der  Mönche  selbst  gar  nicht  zufrieden,
  sie  wollten  die  Strenge  des.  Franz  von  Assisi  beibehalten
wissen:  aber  Pabst  Innocenz  IV.  sprach  im  Jahr  1245  für  die
wollüstigere  Partie.

Königreiche  ab=  und  zusprechen,  Kaiser  ercommuniciren
und  ganze  Länder  mit  dem.Interdict  belegen,  dies  kennte  damals
  der  Pabst  ohne  alle  Schwierigkeit  thun;  aber  über  eine
neuerfundene  Disiinction  der  Franciscaner  zu  entscheiden,  lag
außer  den  Gränzen  seiner  Macht.  Die.  Spiritualen  widersetzten
  sich  mit  dem  größten  Eifer.  Sie  hatten.  im  Jahr-  1247  das
Glück,  einen  Ordensgeneral  ivon  ihren  Gesinnungen;  Johann
von  Parma,  zu  bekommen,  der  es  unternahm,  dem  paͤbstlichen

1260  Befehl  gerade  zuwider,  den  ganzen  Orden  zu  reformiren.  Der
Pabst  wiederholte  seinen  Befehl,  die  strengen  Franciscaner  erneuerten

  auf  einer  Ordensversammlung  ihren  Widerspruch,  und
ihre  Erbitterung  wuchs  noch  durch  theologisch  apokalyptische
Streitigkeiten.  ·

Schon  lange  nehmlich  und  noch  ehe  die  Welt  einen  Franciscaner
  sah,  circulirten  in  Italien  Prophezeihungen  eines  ger
wissen  Abbt  Joachims,  die  wie  meistens  alle  solche  Weissa-