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G.  18.
Avignonische  Paͤbste.
Iwie  und  sebenzig  Jahre  dauerte  diese  Verligung  des

Heepeen  weräaden  hatte  auf  die  ganze  Römische  Hierarchie
einen  so  nachtheiligen  Einfluß,  daß  die  Gewalt  des  Rômischen
  Bischofs,  nach  einigen  scheinbar  fortgehenden  Vergrößerungen,
  gerade  selbst  um  dieser  willen  endlich  abnehmen
mußte.

In  Italien  giengen  wegen  der  Abwesenheit  des  Regenten
alle  weltliche  Besitzungen  des  Pabsts  nach  und  nach  verloren.
  Zu  Rom  erhoben  sich  politische  Partien,  welchen  der
Traum  aufsiieg,  Rom  wieder  die  Hauptstadt  der  Welt  werden
  zu  lassen.  Im  Kirchenstasct  wimmelte  es  von  kleinen
Tyrannen,  die  einzelne  Städte  und  Disiricte  an  sich  rissen,
und  man  schickte  dem  Pabst  kein  Geld  nach  Avignon,  der
sich  also  durch  Noth  und  Lurus  gezwungen,  neue  Quellen
täglicher  Einkünfte  erdffnen  mußte.

Daher  kamen  in  diesem  Zeitalter  so  viel  neue  Erfindungen,
  von  welchen  allen  weder  Gregor  VII.  noch  Innocenz
III.  gewußt  hatten.  Der  Pabst  empfahl  bisweilen  einen  seiner
  treuen  Diener  zu  einer  Stelle  in  ein  Capirel  oder  auch
selbst  bei  der  Bischofswahl:  auf  so  vornehme  Empfehlungen
wurde  geachtet,  besonders  wenn  sonst  keine  Schwierigkeit
eintrat.  Aus  der  Empfehlung  und  Bitte  wurde  bald  ein
Befehl,  und  der  Pabst  schickte  endlich  ohne  weitere  Anfrage
den  Mann,  den  das  Capitel  zu  seinem  Bischof  nehmen  sollte.

Die  Capitel  waren  aber  oft  eilfertig  genug,  ehe  nach
Avignon  die  Nachricht  von  dem  Tode  des  vorigen  Bischofs
kam,  zugleich  auch  die  Nachricht  von  der  Wahl  des  neuen
zu  überschicken;  so  war  also  der  Pabst  uͤberrascht  und  außer