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ris,  schrieb  nehmlich  vier  libros  Sententiarum,  eine  Sammlung
  patr  istischer  Ercerpte  nach  den  Materien  geordnet,  und
diese  Materien  unter  einander  selbst,  so  viel  bei  der  Schwäche
erster  Versuche  dieser  Art  zu  erwarten  war,  in  systematische
Verbindung  gesetzt.  Hier  hatte  man  in  aller  Kürze  beisammen,
  was  gegen  die  mannigfaltigen  Ketzer  verschiedener  Art
brauchbar  war,  Kenntniß  der  Kirchenväter  war  mit  einiger
Milosophie  vereinigt;  und  die  große  Menge  Fragen,  welche
in  einzelnen  Artikeln  aufgeworfen  worden,  konnte  hier  mit
einemmal  übersehen  werden.

So  viel  Ansehen  hat  vielleicht  noch  kein  theologisches
Buch  erhalten  wie  dieses.  Sie  haben  drei  Jahrhunderte  lang
darüber  gelesen,  commentirt,  Glossen  gemacht,  zwar  hier  und
da  auch  kleine  dogmatische  Unebenheiten  darinn'  finden  wollen,
  aber  im  Ganzen  sich  doch  immer  daran  gehalten.  Selbst
auf  die  Ordnung  der  Artikel  unter  einander,  hat  dieses  Buch
bis  auf  die  Zeiten  der  Reformation  hin  Einfluß  gehabt,  und
alle  Beweisstellen,  welche  dieser  Verfasser,  sowohl  aus  den
Kirchenvätern  als  aus  der  Bibel  führte,  behielten  lange  Zeit
immer  Observanz  für  sich.  Die  Theologen  naunten  sich  lange
Zeit  von  diesem  Buch  Sententiarii.

Wie  beschwerlich  mußte  alsdenn  ein  Irrthum  werden,
der  einmal  in  einem  solchen  durch  Zeit  und  Umstände  auc,
torisirten  Buch  ausgenommen  war!  An  sseben  Sacramenten
zweifelte  itzt  niemand  mehr,  so  wenig  man  auch  vorher  in
Festsetzung  dieser  Zahl  einig  war;  denn  es  siand  in  Lombardus.
  Die  Lehre  von  der  so  genannten  Concomitanz,  wie
manche  andere  ähnliche  Hypothesen  einzelner  Kirchenväter
oder  Scholastiker  wurden  nun  herrschend;  in  den  Sentenzen
war  ihrer  mit  Beifall  gedacht.  Die  Pöbste  mischten  sich
zwar  noch  immer  nicht  mit  Eifer  darein,  Glaubensartikel  zu