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machen,  aber  eine  durch  Peter  Lombard  entstehende  Observanzorthodorie
  gab  doch  nicht  nur  eine  Veranlassung  dazu,  und
die  Mißbräuche,  welche  aus  Gelegenheit  der  Kreuzzüge  entstanden,
  boren  schon  einträgliche  Gegenstände  dar.

Zuerst  war  dieses  fühlbar  in  der  Lehre  von  den  Indulgenzen.
  Die  Sitte  war  zwar  alt  und  ungeachtet  der  Gegenbemühungen
  eifriger  frommer  Männer  schon  seit  einigen
Jahrhunderten  angenommen,  daß  man  einzelne  Sünden  nicht
mit  körperlichen  Leiden  büßte,  sondern  statt  dessen  Geld  an
die  Armen  oder  an  die  Kirche  gab.  Aber  Aufzählung  einzelner
  Sünden  war  dabei  doch  immer  noch  nothwendig  geblieben,
  und  diese  konnte  von  Geisilichen,  welche  ihr  Amt
auch  nur  halb  verstanden,  zur  allgemeinen  Beförderung  der
Moralitat  trefflich  genutzt  werden.  Allein  seitdem  nun  die
Reise  nach  Palästina  als  vollgältigste  Abbüßung  und  vollgültigster
  Ablaß  angesehen  wurde,  so  verlor  sich  nicht  nur
alle  Möglichkeit  der  Wiederherstellung  der  alten  Kirchenzucht.
sondern  der  Ablaß  wurde  auch  so  summarisch,  das  Angedenken,
  daß  er  sich  bloß  auf  Kirchenstrafen  beziehe,  verlosch  so
völlig,  das  gewählte  Mittel  seiner  Sündenverschuldung  los
zu  werden,  führte  fast  unvermeidlich  zu  so  vielen  neuen  Sünden,
  daß  erst  seit  dieser  Zeit  allgemeines  Verderben  unter
dem  Volke  einriß.  Nicht  zu  gedenken  wie  viel  Aberglauben
der  Kreuzfahrer  bei  dem  betriegerischen  und  betrogenen  Griechen
  holte;  wie  viele  heilige  Knochen  als  Reliquien  aus  dem
Orient  gebracht  wurden;  wie  sehr  die  Verehrung  der  Maria
seit  dieser  Zeit  bis  zum  kindischen  Aberglauben  stieg;  wie  Haß
und  Nachahmung  der  Griechen  auf  Volkeglauben  und  auf
Dogmatik  so  sichtbar  und  so  verschieden  wirkten!

Innocenz  III.  machte  auf  seiner  Lateransynode  im  Jahr
1215  die  Lehre  von  der  Brodverwandlung  und  von  der  Ohren-