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beichte  zu  Glaubensartikeln.  Beide  Gesetze  entstanden  mehr
aus  einzelnen  Veranlassungen,  deren  vielleicht  die  wichtigste
in  der  Geschichte  der  Albigenser  zu  suchen  ist,  als  daß  man
dieselbe  fuͤr  letzte  Resultate  des  ganzen  damaligen  dogmatischen
  Zustandes  ansehen  koͤnnte.
g.  26.

Wie  Peter  Lombard  feit  dem  zwoͤlften  Jahrhundert  das
Orakel  der  Theologen  war,  so  kam  im  dreizehnten  Jahrhundert
  der  Dominicaner  Thomas  von  Aquino  und  der  Franciscaner
  Johann  Bonaventura  neben  ihn  zu  stehen,  und  niemand
  machte  ihnen  diesen  Rang  streitig,  bis  Johann  Duns
Scotus  im  vierzehnten  Jahrhundert  erschien.  Der  litterarische
  Charakter  jener  zwei  höchst  wirksamen  Zeitgenossen  war
sehr  verschieden,  und  Bonaventura  kam  weder  in  philosophischem
  Scharfsinn  noch  in  dogmatischer  Unparteilichkeit,  so
weit  sie  damals  erwartet  werden  konnte,  dem  Dominicaner
gleich.  Bei  beiden  vereinigte  sich  das  Lehransehen  mit  dem
Ordensinteresse.  Beide  wirkten  auf  einer  Scene,  waren  von
1234  gleichem  Alter,  starben  in  eben  demselben  Jahre;  uur  war

Thomas  nie  zu  der  hohen  Stufe  von  außerer  Würde  gestiegen

  als  Cardinal  Bonaventura,  der  achtzehn  Jahre  lang  General

  seines  Ordens  gewesen,  und  durch  sein  Ansehen  selbst

Streitigkeiten  im  Pabsiconclave  entschied.

Niemand  wußte  bald  mehr,  was  Wahrheit  oder  was
Irrthum  sepn  sollte,  seitdem  diese  zwei  Männer  der  philosophischen
  Bearbeitung  der  Dogmatik  und  mancher  Religionsmeinungen
  eine  Fruchtbarkeit  verschafft  hatten,  welche  schädlicher
  war,  als  gerade  einzelne  Meinungen  werden  konnten.
Die  disputirenden  Scholastiker  hatten  sich  eine  Distinction  erdacht,
  zwischen  philosophischer  und  theologischer  Wahrheit,  um
nie  durch  die  Furcht  vor  Verketzerungen  in  ihrem  Disputiren