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mehr  die  Gestalt,  als  ob  fuͤr  die  Vornehmen  und  Reichen
ein  besonderer  Himmel  zu  erwarten  waͤre.

Man  hatte  im  dreizehnten  Jahrhundert  hie  und  da  sowohl
  in  Teutschland  als  Frankreich  und  England  Uebersetzungen
  der  Bibel  in  die  Muttersprache  erhalten,  und  da  die
Laien  mit  Begierde  auf  ein  Buch  hinfielen,  das,  großentheils
Geschichte  in  natuͤrlicher  Einfalt  erzaͤhlt,  auch  auf  den  unwissenden
  Haufen  wirken  konnte,  da  jedem  der  nur  einen
Blick  in  dieses  Buch  warf,  der  Gegensatz  seines  Innhalts
mit  der  ganzen  damals  herrschenden  Religion  auffiel,  so
wurde  auf  Concilien  verboten,  daß  ein  Laie  die  Bibel  in  der
Muttersprache  lesen  solle.  "

Ein  irrthumvolles  Gewebe  von  Sätzen,  deren  praktischer
Theil  größtentheils  ganz  darauf  abzweckte,  die  Clericos  als
Deos  minaorcs  zu  zeigen,  alles  für  sie  einträglich  zu  machen,
sollte  Religion  seyn?  Und  so  war  das,  was  etwa  mehr  zur
bloßen  Lehrmeinung  gerechnet  werden  konnte,  nichts  anders
als  unsinniges  Fragen  über  Dinge,  in  welchen  man  nicht
klug  werden  kann,  wenn  man  Jahre  lang  disputirt,  weil  sie
gar  nicht  Object  menschlicher  Nachforschung  seyn  können.
Sie  zerbrachen  sich  die  Köpfe  um  ausfindig  zu  machen,  wie
es  möglich  sey,  daß  Christus  ohne  Sünde  habe  geboren  werden
  können,  und  geriethen  darauf,  seine  Mutter  müsse  ohne
Sünden  gewesen  seyn.  Ohne  wirkliche  Sünde  gab  ein  Theil
zu,  aber  nicht  ohne  Erbsünde;  auch  ohne  Erbsünde  behaupteten
  die  Franciscaner,  und  es  war  ihnen  dabei  so  ernst,  daß
sie  es  recht  zum  charakteristischen  Dogma  der  vollkommenen
Orthodorie  machten.

Was  konnte  Volksunterricht  in  der  Religion  seyn,  da
die  wichtigsten  Religionshandlungen  in  einer  Sprache  vorgenommen
  wurden,  welche  das  Volk  gar  nicht  verstand,  da  zu