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mit  seiner  Kette  klirren  wollte,  wurde  nur  noch  fester  geschlossen.
  Ein  Mann  auf  einer  Universität  mußte  aufstehen,  wenn
der  Ton  des  ganzen  Zeitalters  geändert  werden  sollte,  da  alle
Weisheit  und  alles,  was  das  Zeitalter  glauben  sollte,  nach
der  ganzen  damaligen  Einrichtung  von  den  Universitaͤten  aus,
floß.  .
Johann  Wiklif,  Professor  der  Theologie  in  Orford,  trat  1360
endlich  auf,  und  griff  das  ganze  damalige  hierarchische  und
dogmatische  System  mit  einer  Stärke  und  Einsicht  an,  daß
man  billig  ihn  allein  unter  Luthers  und  Zwingli's  Vorgängern
  als  Vorgänger  nennen  sollte.  .

Die  Bettelmoͤnche  hatten  ihn  zuerst  in  seinen  persoͤnlichen
Verhaͤltnissen  beleidigt,  und  seinen  Eifer  durch  politische  Usurpationen
  gereizt,  welche  vom  Pabst  begünstigt  wurden.  Was
kann  es  aber  sowohl  hier  als  in  Luthers  Sache  der  Wahrheit
  schaden,  daß  ihr  Rächer  nicht  zunächst  durch  den  Anlick
  ihrer  eigenen  Unterdrückung,  sondern  durch  hierarchische
Mißbräuche  geweckt  wurde.  Sobald  aber  Wiklif  einmal
aufmerksam  gemacht  worden,  so  schritt  er  viel  kühner  fork,
und  ununterbrochener  bis  an  seinen  Tod  fort,  als  keiner  aller
  übrigen  sogenannten  Zeugen  der  Wahrheit.  Er  griff  die
Transsubstantiation  an,  von  welcher  damals  der  größte  Theil
des  Messegepränges  und  außerdem  so  manche  auch  oͤkonomisch
  wichtige  Ceremonie  abhieng.  Er  suchte  der  Bibel  Publicität
  und  allgemeinen  Gebrauch  zu  verschaffen,  und  würde
vielleicht  hiedurch  eben  so  viel  gewirkt  haben  als  Luther,
wenn  damals  schon  Buchdruckerei  gewesen  wäre,  wenn  ein
Melanchthon  ihm  zur  Seite  gestanden  hätte,  und  Englands
politische  Ruhe  gesicherter  geblieben  wäre.

In  wenig  Artikeln  läßt  sich  zwar  bestimmen,  was  Wiklif
  geglaubt  oder  geläugnet  haben  mag;  seine  Ueberzeugungen

Spittler's  simmtl.  Werke.  II.  Bd.  10