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Saͤchsischen  Reformatoren,  und  hat  leider  kaum  das  wenige
bewahrt,  was  sie  anfangs  als  Wahrheit  entdeckt  hatte.
g.  30.

Verdiente  aber  wohl  eine  Dogmatik  noch  den  Namen
Christlicher  Glaubenslehre,  die  sogar  das  Gesetzgeber-Ansehen
  Christi  nicht  mehr  zu  erkennen  schien?  Bisher  hatten
sie  nur  zu  dem,  was  Christus  befohlen,  hinzugethan,  nun
fiengen  sie  an  davon  zu  thun,  und  wenn,  wie  man  damals
erwarten  konnte,  mehrere  solcher  ökumenischen  Synoden  sollten
  gehalten  werden,  so  war  wenig  Hülfe  zu  hoffen;  denn
die  Professoren  und  Scholastiker,  des  alten  Gangs  schon  einmal
  durch  Beruf  und  viele  eigene  Bestrebungen  gewohnt,
waren  auf  diesen  Synoden  Partie  und  Richter.  Selbst  ein
Mann  von  Gersons  Frommigkeit  sah  die  wichtigsten  Glaubensfragen
  immer  nur  im  Nebel  seiner  Atmosphäre.
Doch  fand  sich  gerade  in  dem  geitalter,  wo  das  Verderben
  in  Theologie  und  Religion  aufs  höchste  gestiegen  zu
seyn  schien,  fast  noch  reichlicher  als  vorher  manches  Gute,
das  demselben  entgegen  wirkte.  Die  Mystik  bekam  schnell
nach  einander  einige  große  Schriftsteller,  das  Predigen  in
den  Muttersprachen.  wurde  gangbarer  als  vorher;  hie  und
da  standen  Eiferer  für  das  praktische  Christenthum  auf,  welche,
  selbst  wenn  sie  auch  so  viele  Fehler  begiengen  als  Hieronymus
  Savangrola,  doch  in  der  Sphäre,  in  der  sie  sich
befanden,  viel  gutes  wirkten.  In  der  Dogmatik  waren  noch
immer  viele  Irrthümer  einzig  durch  Herkommen  und  Namen
großer  Lehrer,  nicht  durch  Kirchengesetze  geheiligt;  ein  kluger
Freund  der  Wahrheit  konnte  mancher  unterdrückten  Wahrbeit
  still  ans  Licht  helfen,  nur  wehe  wenn  sie  als  stireitige
Frage  zur  Entscheidung  nach  Rom  oder  für  eine  Synode
kam!