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Die  Vorsehung  erbarmte  sich,  und  ließ  zu  gleicher  Zeit
zwei  Maͤnner  geboren  werden,  welche  gleich  groß  an  Muth
und  an  Verstand,  an  Wahrheitsliebe  und  an  Fähigkeit,  ihrem
Zeitalter  dieselbe  mitzutheilen,  gerade  in  die  Lage  versetzt
wurden,  welche  zur  Wirkung  auf  ihr  Zeitalter  die  bequemste
war.

#.  31.
Bemerkungen  über  das  Ganze  dieser  Periode.

Es  macht  in  der  Geschichte  solcher  dunkeln  und  verdorbenen
  Jahrhunderte  eine  der  rührendsten  Betrachtungen  aus,
an  welche  sich  der  unparteiische  Historiker  nicht  früh  genug
gewöhnen  kann,  in  dem  historischen  Zusammenhange  ganzer
Zeitalter  nachzuforschen,  wie  aus  der  Uebertreibung  gewisser
Fehler,  aus  der  allzudrückend  gewordenen  Last  gewisser  Uebel
immer  auch  wieder  Vortheile  unmittelbar  entsprangen,  wodurch
  die  Natur  einen  Ersatz  gab  und  ein  Glück  schenkte,
das  sie  vielleicht  bloß  gerade  in  diesem  Zuftande  mittheilen
  konnte.  «

So  war  die  Scholastische  Theologie  das  unerklaͤrbarste
Gewebe  unverstaͤndlich  spitzfindiger  Saͤtze  geworden,  das  durchaus
  bloß  in  der  barbarischen  selbstgemachten  Lateinischen
Sprache  vorgetragen  werden  konnte.  Ein  Gluͤck  fuͤr  das
Volk.  So  konnte  mancher  dogmatische  Irrthum  nicht  bis
zum  Volksunterricht  durchdringen.  So  blieb  in  den  Gemuͤ-thern
  des  Volks  jene  Leerheit,  aus  welcher  so  nothwendig
Sehnsucht  und  Faͤhigkeit  zur  Reformation  entspringt,  eine
Faͤhigkeit,  die  dem  gelehrten  Manne  oft  selbst  durch  seine
Gelehrsamkeit  genommen  wird.

Parteigeist  und  Observanzorthodorien  waren  zwar  durch
das  Ansehen  großer  Scholastiker  emporgekommen,  aber  eben
dadurch  war  auch  der  Römischen  Entscheidungssucht  in