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teste  Kaiser  zu  seyn.  Durch  wie  viel  Ränke  hatte  nicht  Leo
gesucht,  Karln  um  diese  Krone  zu  täuschen,  welche  ihm  die
uneigennützige  Großmuth  des  Churfürsten  von  Sachsen
überließ!  In  wie  viele  Streitigkeiten  war  nicht  immer  ein
Koͤnig  von  Neapel.  mit  seinem  Lehensherrn  verwickelt!

Bis  aber  der  neue  Kaiser  aus  Spanien  ankam,  hatte
sich  durch  eine  bffenkliche  Disputation  mit  dem  Hauptvertheidiger
  der  Gegenpartie,  mit  Joh.  Ecken,  die  Sache  Luthers
schon  so  verschlimmert,  daß  bereits  von  Rom  die  Bannbulle
da  war,  und  doch  wollte  Karl  den  ercommunicirten  Mönch
auf  seinem  ersten  Reichstag  zu  Worms  noch  einmal  hoͤren.
Doch  was  half  dieses  Hören?  Immer  hat  Luthers  Sache
auf  Karlu  Eindruck  gemacht,  und  immer  hat  er  sie  bloß  nach
Convenienz  seiner  gerade  vorhabenden  Projecte  entschieden.
Dem  Pabst  zu  Ehren,  kommt  Luther  in  die  Acht  und  Friedrichen
  zur  Dankbarkeit  wird  gestattet,  daß  der  von  Staat
und  Kirche  verworfene  Mönch  auf  einem  kleinen  Schloß  verborgen
  werden  darf.

.  H.å.
·  åwingll  wird  durch  gleiche  Veranlassung  Resormator.
Karlstadts  Unruhen.

Was  nützte  es  aber  den  freimüthigen  Augustinermönch
so  einzusperren?  Der  einmal  laut  gewordene  Ton  des  Zeit,
alters  ließ  sich  nicht  dampfen.  Ueberall  traten  schon  Männer
  mit  ähnlichen  Meinungen  auf,  besonders  zu  Zürich  sprach
Ulrich  Zwingli  noch  bestimmter  und  aufgeklärter  als  Luther;
schade  für  den  edlen  Mann,  daß  er  nur  so  kurze  Zeit  auf
der  Scene  blieb.

Selbst  in  Wittenberg  war  deswegen  doch  nicht  Ruhe.
Milipp  Melanchthon  reformirte  zwar  nicht,  aber  er  schwang
die  Fackel  der  aufklärenden  Wahrheit  so  mächtig,  daß  sich