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Albert  ein  Brandenburgischer  Prinz,  bisher  Hochmeister
des  Tentschen  Ordens  in  Preussen,  machte  nehmlich  das
Teutschordensland  zum  erblichen  Herzogthum,  wurde  Polnischer
  Vasall,  heurathete  bald  hernach,  und  fuͤhrte  evangelische
Religion  ein.  Wie  verfuͤhrerisch  mußte  sein  Beispiel  fuͤr
die  Bischoͤfe  seyn!  Wie  ällgemein  der  Beifall  der  neuen
Lehre,  wenn  ihre  Annahme  das  Wahlfürstenthum  zum  Familiengut
  des  Regenten  machen  konnte,  wie  geschärft  mußte
aber  eben  daher  auch  die  Aufmerksamkeit  der  Altkatholiken
werden,  diesem  drohenden  gänzlichen  Nuin  zuvorzukommen-Nichts
  war  ihnen  ohnedieß  damals  über  die  Freude,
den  großen  Erasmus  zu  einer  Schrift  gegen  Luthern  gebracht
zu  haben,  und  selbst  der  heftige  Ton,  in  welchem  sich  der
Wittenbergische  Reformator  zur  härtesten  Antwort  anließ,
schien  dießmal  nicht  die  Wirkung  haben  zu  können,  welche
fast  niemals  bei  den  Teutschen  Schriften  desselben  fehlte.
1526  Der  Reichstag  zu  Speier  verschaffte  endlich  doch  seiner
Partie  wenigstens  so  viele  Religionsfreiheit,  daß  dem  Gewissen
  eines  jeden  überlassen  wüutde,,  wie  er  es  bis  zur  Entscheidung
  einer  allgemeinen  Synode  in  seinem  Lande  halten
wollte.  Kaiser  Karl  bekam  an  dem  losgelassenen  König  Franz
einen  heftigern  Gegner,  als  er  vorher  gehabt  hatte,  und  sein
Bruder  Ferdinand  konnte  bei  dem  besorglichen  Verlust  des
ihm  zugefallenen  Königreichs  Ungarn  an  eifrige  Unterdrückung
der  neuen  Partie  gar  nicht  denken.  Nie  schien  sich  demnack
alles  glücklicher  zu  entwickeln,  als  gerade  in  diesem  und  dem
1527  folgenden  Jahr.  Pabst  Clemens  VII.  wurde  von  Karls  Ge
neral  so  gezüchtigt,  als  kaum  seit  Nogarets  Zeiten  ein  Pabs
bedrängt  worden  seyn  mag.  Wittenberg  war  nun  nicht  meh
einziger  Mittelpunct  der  Reformation,  wo  alle  Theologer
für  dieselbe  gebildet  werden  mußten.  Durch  die  unermüdet