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Sorgfalt  des  heroischen  Landgraf  Philipps  von  Hessen  hob
sich  auch  die  neu  gestiftete  Universitaͤt  Marburg,  und  überhaupt
  war  durch  den  Beitritt  dieses  Fuͤrsten,  der  damals
ganz  Hessen  ungetheilt  besaß,  fast  eben  so  viel  gewonnen  als
durch  den  Beitritt  eines  Churfuͤrsten  ‚wenn  schon  oft  seine
aufbrausende  Hitze,  wie  damals  bei  deit  halb  wahren  Packischen

  Nachrichten  sich  zeibts,  der  neuen  Partie  manchen  Verdruß

  erweckt  hat.  1

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Luthers  allgemeiner  Beifall  uschränkte  sich  auch  schon

lange  nicht  mehr  auf  Teutschland  ein.  Nicht  nur  daß  einzelsne
  große  Männer  und  ganze  Volkshaufen  in  andern  Ländern
seinen  Meilinügen  folgten,  sondern  selbst  die  beiden  Könige

in  Norden,  Friederich  in  Dänemark  und  Gustav  Wasa  im

Schweden,  erklärten  sich  feierlich  auf  Reichstagen  für  seine

Partie.  Ach!  wie  hat  der  uneigennützig  redliche  Luther  so
oft  bedauert,  daß  sich  in  diesen  beiden  Reichen  der  ganze
Gang  der  Reformation  so  fast  einzig  nach  politischen  Absichten
  hat  müssen  lenken  lassen,  und  wie  viel  froher  war  er  darüber,
  daß  nun  endlich  sein  Churfürst  sich  entschloß,  die  alte
Hierarchie  in  seinem  Lande  zu  zerstbren,  eine  eigene  Kirchenvisitation
  anzuordnen,  und  als,  Landesherr  die  von  den  Bischöfen
  mißbrauchten  und  versäumten  Rechte  zu  ihrem  gchörigen
  Zweck  zu  benötzen:

1526

Luther  lernte  bei  dieser  Visitation  durch  die  traurigsten  1527

Erfahrungen,  wie  nothwendig  die  Abfassung  eines  populaͤren

Religionsentwurfs  sey;  eines  etwas  groͤßeren  fuͤr  die  unwissenden

  Leiter  des  Volks,  und  eines  kleineren  für  den  eigenen
Gebrauch  der  Laien.  Diesen  zwei  Katechismen  har  die  evangelische
  Lehre  in  der  Sphäre,  für  welche  sie  bestimmt  waren;
eben  so  viele  herrliche  Wirkungen  zu  danken,  als  dem  theologischen
  Grundriß  Melanchthons  unter  den  Gelehrten.

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