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soͤhnung  bestimmte.  Vom  Koͤnige  in  Frankreich  war  keine
Huͤlfe  zu  erwarten;  denn  so  eben  hatte  auch  er,  durch  lange
Kriege  erschöpft,  Friede  mit  dem  Kaiser  geschlossen.  Ferdinand
  siegte  mit  Oesterreichischem  Glück  über  die  Türken,  und
was  am  gefährlichsten  schien,'  mit  jedem  Jahr  wurde  die
Trennung  der  Schweizerischen  und  Sächsischen  Reformatoren
größer.

Schon  lange  war  es  auch  nicht  mehr  bloß  Trennung
einzelner  Theologen,  sondern  der  größte  Theil  der  Reichsstädte
  in  Schwaben  und  am  Rhein  hatte  mehr  Zwingels  als
Luthers  Meinung  angenommen,  und  wenigstens  doch  diesen
innern  Zwist  zu  heben,  veranstaltete  Landgraf  Philipp  von
Hessen  ein  Gespräch  zu  Marburg  zwischen  den  Häuptern  bei,
der  Partien,  aber  sein  Ausgang  war  bloßer  Scheinfriede.
Mit  Schrecken  sah  man  also  der  versprochenen  persönlichen
Ankunft  des  Kaisers  entgegen,  und  so  scheinbar  gnädig  auch
das  kaiserliche  Ausschreiben  zu  einem  Reichstag  nach  Augs.  1530
burg  lautete,  so  kannte  man  doch  Karls  arglistige  Schmeicheleien,
  und  der  einzige  seiner  Räthe,  auf  dessen  milde  Gesinnungen
  man  noch  zählen  konnte,  Canzler  Gattinnara  starb
unterwegs.

Der  Kaiser  hatte  versprochen,  die  Sache  der  protestantischen
  Fürsten  selbst  zu  hören.  Sie  liessen  also  durch  den
sanftern  Melanchthon  einen  kleinen  Aufsatz  entwerfen,  welcher
  apologetisch  und  polemisch  die  Hauptsüücke  ihrer  Lehre  enthalten
  sollte.

Der  25.  Junius  war  der  Tag  der  öffentlichen  feierlichen
Verlesung  dieses  Aufsatzes  vor  Kaiser  und  Reich;  man  glaubte
bei  Karln  den  vortheilhaftesten  Eindruck  zu  bemerken,  aber
in  einer  so  projectvellen  Seele,  als  die  seinige  war,  konnten
keine  Wahrheitseindrücke  bis  zur  Thätigkeit  stark  werden.