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thanen,  bei  Adel  und  Staͤdten  immer  allgemeiner.  Die  alten
dem  Pabst  ergebenen  Fuͤrsten  starben  nach  und  nach  hinweg,
und  die,  welche  in  jüngeren  Jahren  Luthern  mit  weniger
Vorurtheil  gehdrt,  kamen  empor.  Schon  mehrere  Bischöse
waren  der  neuen  Lehre  beigetreten,  und  fast  wäre  sogar  ein  1543
geistliches  Churfürstenthum  gewonnen  worden,

Die  Theologen  schienen  ruhig  fortzupredigen,  fortzuschreiben
  und  fortzudisputiren,  weil  sie  es  doch  einmal  auf  diesem
Wege  so  weit  gebracht  hatten,  aber  in  Landgr.  Philipp  von
Hessen  brausten  Jugendeifer  und  politische  Antipathien;  besonders
  sein  unruhiger  Nachbar  Herzog  Heurich  von  Braunschweig
  hielt  ihn  unaufhörlich  in  Bewegung.  Bündnisse  und
Liguen  wurden  gegen  einander  geschlossen.

Luther,  erzürnt  durch  die  irenischen  Kunsigriffe  der
Schweizer,  und  um  allen  Schein  des  Melanchthonistrens  von  1544
sich  zu  entfernen,  sieng  den  Abendmahlstreit  aufs  neue  an.
Der  Kaiser  wartete  nur  auf  den  Frieden  mit  Frankreich  und
auf  die  wirkliche  Eröffnung  der  schon  lange  vom  Pabst  versprochenen
  Synode,  er  wollte  die  unruhigen  Fürsten  seine
Siegershand  fühlen  lassen.  Auf  den  immer  vergeblich  versuchten
  Religionsgesprächen  wurde  stets  das  Ganze  so  eingerichtet,
  daß  die  Protestanten  als  eigensinnige  erscheinen  mußten,
  und  die  öftere  Abwesenheit  ihrer  Fürsten  von  Reichstagen,
  auf  welchen  dech  selbst  der  Kaiser  zugegen  war,  schien
diesen  Vorwurf  zu  bekräftigen.  Bald  machte  der  Pabst  den
Frieden  unmoglich;  bald  selbst  die  protestantische  Partie.  Lu=  #.
ther  starb  vier  Monate  vor  dem  Ausbruche,  als  ob  ihn  der
Gott  retten  wollte.  «

«  H.7.
Religionskrieg.  Interim.  Innere  Streitigk.  der  Luther.
Der  ganze  lange  gefuͤrchtete  Krieg  dauerte  nicht  ein  Jahr.