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man  sich  uͤber  ein  streitiges  Stuͤck  Landes  vergleicht,  als  ob
wir  uns  fast  zu  allen  dogmatischen  Irrthümern  der  Altkatholiken
  haͤtten  bequemen  koͤnnen,  weil  der  Kaiser,  der  damals
des  Pabsts  Freund  nicht  war,  den  Glauben  an  einen  Roͤmischen
  Pabst  uns  erlassen  wollte.

Man  kann  nicht  ohne  innigstes  Mitleiden  sehen,  daß
sich  selbst  der  gute  Melauchthon  verleiten  ließ,  den  Hoftheologen
  zu  machen,  das  Augsburger  Interim  zu  Leipzig  in  ein
anderes  Interim  umzugießen,  und  seinem  neuen  Herrn  zu
lieb  so  viel  nachzugeben,  daß  er  uns  dem  Abgrunde  der  alten
Errthümer  aufs  neue  nahe  zefährt  hätte.  Karl  ließ  die  Protestanten
  empfinden,  wie  man  an  der  Spitze  eines  siegenden
Heeres  von  der  Wahrheit  überzeugen  könne,  aber  deswegen
fiel  nur  desto  heftigerer  Haß  der  Patrioten  auf  Melanchthon,
daß  er  nicht  mit  den  übrigen  für  einen  Mann  stand,  und
die  übrigen  dem  Vorwurf  des  Eigensinns  auf  eine  so  ungerechte
  Art  aussetzte.  Seinen  strengen  Präceptor  Luther  mochte
damals  Melanchthon  manchmal  ins  Leben  zurückgewünscht
haben,  daß  er  doch  den  unbändigen  Eifer  dieser  sectirischen
Schüler  zurückhalten  und  gegen  die  Angriffe  von  Flacius,
Ostander,  Westphal  ihn  schützen  moͤchte.

Schon  nehmlich  zu  Luthers  Lebzeiten  hatte  Melanchthon
in  manchen  Lehren,  besonders  im  Artikel  von  den  moralischen
  Kräften  des  Menschen,  etwas  verschieden  von  Luthern
gedacht,  aber  große  Männer  wissen  einander  zu  ertragen,  und
fürchten  auch  keine  Verdunklung  ihres  Ruhms.  Den  Schülern
  erscheint  der  todte  Lehrer  gewöhnlich  noch  größer  als  ehedem
  der  Lebende,  und  wenn  dabei  die  Gefahr  noch  so  nahe
ist,  in  alte  längst  verwünschte  Irrthümer  zurückgestürzt  zu
werden,  so  vergißt  oft  auch  der  theologische  Eifer  alle  Schrauken
  der  Mäßigung.  Vergebens  suchte  daher  Melanchthons