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Partie  den  gemachten  Fehler  zu  uͤbertuͤnchen,  indem  sie  behauptete,
  die  aus  dem  Interim  angenommenen  Dinge  seyen
ganz  gleichgültig  (adiaphora),  und  Luthers  eifrige  Anhaͤnger,
ohne  bloß  bei  dem  Juterimsstreit  stehen  zu  bleiben,  ergriffen
noch  außerdem  jede  Gelegenheit,  um  sich  von  den  verdächtigen
  Melauchthonianern  sichtbarer  zu  scheiden.  Weil  Ge.
Major  ob  schon  unter  vielen  richtig  bestimmenden  Einschränkungen
  den  Satz  außerte,  daß  gute  Werke  nothwendig
zur  Seligkeit  seyen,  so  behauptete  Nik.  Amsdorf,  sse
seyen  schädlich  zur  Seligkeit.  Weil  die  Schüler  Melanchthons
  und  besonders  der  gelehrte  Victorin  Strigelius
zu  Jena  das  Verderben  der  Erbsuͤnde  und  ihren  Einfluß  auf
die  moralischen  Kraͤfte  des.  Menschen  glimpflich  beschrieben,
so  behauptete  Flaçgius,  die  Erbsünde  sey  die  Substanz  des
Menschen.  In  der  Lehre  von  der  Art  der  Gegenwart  des
Leibes  und  Bluts  Christi  im  Abendmahl  näherten  sich  Melanchthons
  Schüler  den  LCalvinischen  Redarten,  die  Schüler
Luthers  schrieben  deswegen  nicht  mehr  nur  von  der  Allgegenwart,
  sondern  von  der  Allenthalbenheit  (ubiquitate)  der
menschlichen  Natur  Christi,  und  diese  Vorsiellungsart  erhielt
besonders  in  Schwaben  unter  dem  Ansehen  des  berühmten
Jo.  Brenz  in  kurzem  einen  symbolischen  Beifall.

Noch  früher  war  zu  Königsberg  durch  Andr.  Osiandern
  eine  Streitigkeit  veranlatzt  worden,  deren  Quelle  zwar
nicht  in  der  verschiedenen  Denkungsart  der  Schüler  Luthers
und  Melanchthons  lag,  die  doch  aber  beweist,  wie  alles  zum
unvernünftigsten  Widerspruch  reizbar  war.  Osiander  behauptete,
  daß  wir  durch  die  wesentliche  Gerechtigkeit  Gottes  gerecht
  würden.  Der  dunkle  Kopf  wollte  wahrscheinlich  nur
die  nothwendige  Verbindung  der  Heiligung  müt  der  Rechtfertigung
  ausdrücken,  vermischte  in  seinen  unbesiimmten  Aus-