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Während  daß  die  Meißnischen  und  Thüringischen  Theologen
  durch  Colloquien  sich  mit  einander  zu  vergleichen  suchten,
  durch  Colloquien  und  Unterhandlungen  erbitterter  gegen
einander  wurden,  so  trat  zwischen  dieselben  mit  der  Geschäftigkeit
  eines  ehrgeizigen  Unterhändlers  der  Tübingische  Canzler
  Jakob  Andreä.  Ein  Mann  von  unermüdetem  Eifer
und  einer  mehr  populären  als  tiefen  Gelehrsamkeit,  der  überdieß
  noch  durch  viele  Privatverhältnisse,  in  denen  er  stand,
zu  einer  strangen  Behauptung  der  so  genannten  Schwöbischen
Orthodorie  so  gezwungen  wurde,  daß  er  zum  großen  Schaden
seines  Ruhms  bei  der  Nachwelt  weit  weniger  gelinde  seyn
konnte,  als  ihn  vielleicht  manchmal  eigene  Neigung  besiimmt
haben  würde.

Unter  wiederholten  Bedrohungen  des  heftigsten  Schisma
hielt  endlich  doch  noch  einiger  Friede  bis  eilf  Jahre  nach
Melanchthons  Tode,

9.  11.
Letzte  Veranlassungen  zur  Eutstehung  der  Bergischen  Concordienformel.


Ein  Katechismus,  den  D.  Pezel  zu  Wittenberg  her-1521
zusgab,  beschleunigte  den  Ausbruch  des  lange  gesammelten
Hasses.  Die  Theologen  zu  Jena  und  fast  noch  mehr  die  in
den  Niedersächsischen  Reichsstädten  hätten  wohl  kaum  die
Kähnheit  ihrer  bisherigen  Gegner  befürchtet,  daß  Luthers
Katechismus  selbst  von  Wittenberg  aus  durch  einen  neuen
verdrängt  werden  sollte,  und  so  genannte  sacramentirische  Geinnungen
  sogar  in  dffentlichen  Lehrbüchern  erscheinen  dürfen.


Mit  Wehmuth  sieht  man  auch  Chemnitzen  an  der
Spitze  einer  angreisenden  Partie;  ein  solcher  Mann  kaͤtte.

tie  sellen  mit  Selnecker  und  Tilemann  Heshusius
Spittler's  simmtl.  Werke.  1I.  Bd.  21