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zusammentreten,  und  die  Wittenbergischen  Theologen
wuͤrden  sich  die  Achtung  der  Nachwelt  erworben  haben,  wenn
sie  nicht  in  ihrer  Grundfeste  aus  Philippistischem  Eifer
den  aufgeklärtern  Schuͤler  Melanchthons  gleich  den  übrigen
gemeinen  Streitern  mißhandelt  hätten.

Churfürst  August  von  Sachsen,  von  dessen  Entscheidung
alles  abhieng,  sand  sich  in  einem  Gedränge,  aus  welchem  sich
selten  ein  frommer  Fürst,  bei  einmal  genommener  Theilnehmung
  an  theologischen  Streitigkeiten,  glücklich  herauszufinden
weiß.  Seine  Theologen  klagten  über  neue  Marcioniten,  Samosatener,
  Arianer:  und  von  andern  protestantischen  Höfen
liefen  gehäufte  Klagschreiben  ein,  daß  er  doch  Luthers  Stuhl
durch  Calvinistische  Lehrer  nicht  entweihen  lassen  solle.  Umsonst
  hielt  man  Convente,  umsonst  versuchte  man  Vereinigungsschriften.
  Die  Wachsamkeit  der  Niedersächsischen  Theologen

  ließ  sich  nicht  durch  Zweideutigkeiten  tänschen,  und  die
Chursächsische  Hofpartie  hielt  sich  vielleicht  ihrer  Uebermacht
gar  zu  versichert,  so  daß  sie  auch  die  auf  dem  Landtag  zu
1574  Torgau  abgefaßten  Artikel  nicht  unterschreiben  wollte.
Hier  war  aber  die  Epoche  ihres  Falls,  welchen  der  Gegentheil
  ohne  alles  Erbarmen  benützte.  Nun  kamen  die  Aufsätze
  des  Tübingischen  Canzlers,  Jacob  Andre,  willkommen,
  welche  er  als  Entwürfe  einer  neuen  symbolischen  Schrift
nach  Sachsen  schickte.  Nur  konnte  man  es  unmöglich  einem
  Manne  überiassen,  bei  einer  so  großen  Menge  verschiedener
  Meinungen  unter  den  Protestanten,  die  feinsten
Bestimmungen  der  Lehre  von  der  Person  Christi  nach  seinem
Gutdünken  auszudrücken.

Bei  wenigen  Friedensschlössen  matz  die  Negociation  so
weitläuftig,  die  Aufmerksamkeit  der  Partien  so  eifersüchtig,

i57  die  Kunst  für  alle  alles  zu  werden,  so  mannichfaltig  gewesen