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14.
Ausbreitung  der  Calolnischen  Meinungen.  Presbyterlaner.

In  den  Ländern,  wo  sich  eine  neue  Kirche  bei  dem  Erscheinen
  Calvins  schon  siegend  gebildet  hatte,  konnten  weder
seine  theologischen  Meinungen  noch  seine  apostolisch  scheinenden
  Grundsätze  des  Kirchenrechts  bis  zu  einer  gewissen  Allgemeinheit
  emporkommen,  aber  in  Frankreich,  England
und  in  den  Niederlanden,  wo  sich  die  neue  Partie  erst
unter  dem  Druck  hervorarbeitete,  mußte  sich  der  Beifall  leicht
allgemeiner  finden,  da  überdieß  hier  noch  der  Wirksamkeit
der  Wittenberger  manches  entgegenstand.  Wie  leicht  konnte
Calvin  die  Französischen  Kirchen  mit  Genfischen  Zoͤg—
lingen  besetzen?  Er  selbst  und  sein  großer  Schäler  Beza
waren  geborene  Franzosen,  beide  hatten  unter  den  Großen
und  bei  dem  Volk  seit  den  ersten  Jahren  ihrer  Jugend  die
häufigsten  Verbindungen,  welche  sie  zu  Erweckung  und  Unterstützung
  der  neuen  Gemeinen  brauchen  konnten.

Viel  mehrere  Schwierigkeiten  hatte  es  in  den  Niederlanden.
  Doch  Luther  und  Melanchthon  waren  längst  todt,
und  mit  diesen  war  die  große  Thätigkeit  ihrer  Partie,  sich  auszubreiten,
  verlöscht,  Beza  konnte  hier  seine  Meinungen  ungehindert
  herrschend  machen.  Prinz  Moritz  von  Oranien,  der
Retter  der  Niederländischen  Freiheit,  war  schon  reformirt:
fasi  schien  es  auch,  als  ob  sich  die  nach  Freiheit  strebenden
Niederländer  am  willigsten  an  die  freien  Schweizer  anschlössen.

England  hat  über  dem  Eindringen  der  Genfischen
Meinungen  auf  zwei  Jahrhunderte  hin  seine  Ruhe  verloren.
Elisabeth  ließ  bei  ihrer  Thronbesieigung  alle  die  Unglücklichen
wieder  in  ihr  Vaterland  zurückkehren,  welche  der  tobende
Verfolgungsgeisi  ihrer  Schwester  vertrieben  hatte.  Sie  kehrten
aber  nicht  mit  dem  Geiste  des  Friedens  zurück.  In  Frank-