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furth  am  Main,  wo  man  den  Vertriebenen  eine  ruhige  Staͤtte
gegoͤnnt  hatlte,  waren  Streitigkeiten  entstanden,  ob  man  die
alte  Englische  Liturgie  beibehalten  oder  den  ganzen  Gottesdienst
  nach  Genfischer  Form  cinrichten  sollte.  Cranmer,
weil  er  alle  gewaltigen  Veränderungen  vermied,  hatte  wohl
ehmals  der  Englischen  Kirche  manches  gelassen,  was  ein  uneingeschränkterer
  Reformator  geändert  haben  würde,  aber
eine  kleine  Partie  von  Eiferern  hielt  es  nun  nothwendig,  endlich
  einmal  über  solche  Unvollkommenheiten  sich  zu  erheben,
welche  doch  von  dem  Gegentheil  als  ehrwürdige  väterliche
Sitte  verehrt  wurden.  Die  Heftigkeit  der  Eiferer  fand  sich
gereizt,  als  sie  bei  ihrer  Zurückkunft  ins  Vaterland  fanden,
daß  Elisabeth,  vielleicht  aus  politischen  Gründen,  vielleicht
aus  geheimer  Anhänglichkeit  an  Pabstthum,  den  Freunden
des  alten  Kirchenregiments  vorzüglich  günstig  sey,  und  so  bald
1563  vollends  Elisabeth  befehlen  wollte,  daß  man  sich  nach  den
Ednardischen  Kirchengebräuchen  richten  müsse,  so  bald  einige
Bischöfe,  stolz  auf  den  Schutz  ihrer  Königinn,  von  bischöflicher
  Hierarchie  als  einer  göttlichen  Ordnung  sprachen,  so
raffte  die  Genfische  Partie  gegen  solche  Episkopalisien
alle  ihre  Kräfte  zusammen,  und,  gleichsam  ausgesioßen  von
der  großen  Kirche,  machte  sie  sich  ein  eigenes  Kirchenregiment,
  und  ließ  ihre  Versammlungen  so  viel  möglich  nach
Altchrisilicher  Form  durch  Presbpterien  und  Cougregationeu
  regieren.  Elisabeth  mußte  sich  durch  die  Schicksale  von
Schottland  gewarnt  glauben,  der  gewaltthätigen  Genftschen
Partie  nicht  zu  viel  einzuräumen,  und  wenn  diese  Partie
auch  dort  nur  cinen  Johann  Kuor  gchabt  hötte,  so  war
für  Elisabeth  auch  nur  ein  solcher  Mann  fürchterlich,  gegen
welchen  selbst  Luther  ein  schüchterner  Jüngling  gew  sen  zu
srvn  scheint.  "