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Entstehung  des  Arminianismus.

Was  nicht  zwei  betriebsame  große  Männer  in  der  Welt
ausrichten  können!  Zwingli,  Luther,  Melanchthon,  hatten
nebst  einer  Menge  Collegen  der  zweiten  Ordnung  unter  anderem
  vielfältigen  wechselsweisen  Widerspruch  doch  mit  großer
Uebereinsiimmung  allgemeine  Gnade  Gottes  gelehrt;  Calvin
und  Beza  brachten  innerhalb  fünfzig  Jahren  fast  die  Hälfte
der  neuen  Kirche  auf  die  gegenseitige  Meinung,  und  verdrängten
  unter  dem  Schutz  einiger  Fürsten  felbst  in  einem  großen
Theile  von  Teutschland  den  jedem  Menschen  faßlichern  Lutherischen
  Lehrbegriff.  Freilich  war  es  unmöglich,  daß  nicht
selbst  aus  der  Schule  dieser  zwei  Männer  manche  Jünglinge
ausgehen  sollten,  deren  natürlicher  Verstand  nicht  zu  betäuben,
  deren  eregetische  Kenntnisse  nicht  zu  bestechen  waren.
Zwinglis  Schriften  und  die  polemischen  Bücher  der  Lutheraner
  wurden  doch  noch  von  manchen  gelesen;  aber  wer  will,
wenn  einmal  in  der  Kirche  eine  gewisse  Partie  üöbermächtig
worden  ist,  seine  Ruhe  der  gewaltigen  Unternehmung,  einen
Lehrerdespotismus  zu  stürzen,  aufopfern,  wie  wenigen  kann
ihre  äußere  Lage  einen  guten  Erfolg  versprechen?

Doch  erlebte  es  noch  Beza,  daß  Jakob  Arminius,
welchen  er  gar  wohl  als  Studenten  in  Genf  gekannt  hatte,
von  Amsterdam,  wo  er  mit  dem  größten  Beifall  als  Prediger
  siand,  nach  Leyden  als  ordentlicher  Prof.  der  Theologie  160;
berufen  wurde.  Der  edle  rechtschaffene  Mann  gieng  unter
vielen  Beäugstigungen  auf  eine  Stelle,  deren  Gesahren  er
kannte,  aber  doch,  wie  der  Erfolg  bewies,  nicht  nach  allen
Seiten  gefürchtet  zu  haben  scheint.  Nicht  seine  eigene  Forschungsbegierde
  und  einen  daraus  gar  zu  leicht  entstebenden
übertriebenen  Skepticismus,  sondern  seinen  sters  entscheiden-