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den  Collegen  Franz  Gomarus  sollte  er  gefuͤrchtet  haben;
er  war  kaum  einige  Jahre  da,  so  lernte  er  den  Mann  schon
aus  Erfahrung  kennen.  Die  Studenten,  welche  wohl  freilich
bei  einem  Professor  nicht  immer  gehoͤrt  haben  moͤgen,  was
sie  bei  dem  andern  hoͤrten,  die  von  Gomarus  ganz  in  Calvinistische
  Ideen  eingeweiht  wurden,  unter  Anführung  des

Arminius  aber  freimüthiger  zweifeln  lernten,  theilten  sich  bald

zu  Partien  unter  einander.  Gomarus  schickte  Ercerpte  aus

Collegienheften  mit  einem  Klaglibell  an  die  Staaten.  Es
#6s  bewährte  sich  aber  in  der  auf  obrigkeitlichen  Befehl  angestellten

  Disputation,  daß  Arminius  nicht  nur  einsichtsvoller,  sondern

  auch  friedfertiger  als  sein  College  sey.

Wenn  keine  allzumächtige  Partie  bei  dieser  Controvers
1600  gereizt  worden  waͤre,  so  hätte  der  Tod  des  Arminius  den
Frieden  befördern  müssen.  In  der  Remonstration,  welche
die  Freunde  des  seligen  Mannes  den  Staaten  übergaben,
sprach  auch  der  Geist  des  Friedens  und  der  Mäßigung  so
rührend,  daß  selbst  der  Verdacht  wegen  des  verrufenen  Konr.
Vorsiius  keinen  weitern  nachtheiligen  Eindruck  hätte  machen
  sollen.  Die  Obrigkeiten  ermahnten  zum  Frieden,  den
aber  die  Prediger  nicht  halten  wollten,  und  welchen  sie  auch,
bald  unterstützt  vom  Prinzen  Statthalter  Moritz,  dreist  aus
den  Augen  setzen  durften.

So  bald  nehmlich  Prinz  Moritz  sah,  daß  die  patriotischen
  Staatsmänner,  welche  seinen  ehrgeizigen  Projecten  am
nachdrücklichsten  entgegen  waren,  die  Parrie  der  Arminianer
gegen  die  unruhigen  Gomaristen  vertheidigten,  so  trat  er  auf
die  Seite  der  letztern,  und  unter  dem  Schutze  der  Geisilichen,
die  für  ihn  predigten,  konnte  er  es  wagen,  einige  der  grööten
dieser  Männer  gefangen  nehmen  zu  lassen.  Die  Gemaristen
opferten  ihm  das  Leben  des  ehrwürdigen  Oldenbarneveld,  die