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Episkopius,  seit  Arminius  Tode  nun  das  theologische
Haupt  dieser  Partie,  führte  mit  einem  so  bezaubernden  be,
scheidenen  Selbstgefuhl  von  Unschuld  vor  der  versammelten
Sypnode  das  Wort,  daß  nur  ein  Mensch,  wie  Bogermann,
den  Eindrücken  desselben  widersiehen  konnte.  Die  Arminiauischen
  Lehrsätze  wurden  verdammt,  Professoren  und  Prediger
  dieser  Partie  erilirt,  der  Caloinismus  siegte  vollkommen,
aber  die  Theologen  aus  andern  Ländern  erzählten,  wie  sie
nach  Haus  kamen,  manches  Geschichtchen  von  dem  Verfahren
  dieser  feinen  protestantischen  Synode;  in  vielen  reformirten
  Ländern  wurde  sie  deßwegen  nicht  angenommen.

Unterdeß  verlöscht  gewöhnlich  allmälig  das  Angedenken
an  solche  Begebenheiten,  das  dogmatische  Resultat  bleibt.
Die  Arminiauer  wichen  immer  mehr  nicht  nur  von  Caldinischen,
  sendern  auch  andern  allgemein  anerkannten  Begriffen
ab,  es  wurde  zuletzt  herkommliche  Orthodorie  bei  den  meisten
Reformirten,  die  Schlüsse  der  Dordrechter  Synode  anzunehmen.


&amp;.  I7.
Glücklicheres  Wiederaufleben  der  Remonstranten.

Doch  milderte  sich  auch  gleich  einige  Jahre  nachher  das
Schicksal  der  Arminianer,  selbst  am  Orte  ihrer  ersten  Verfolgung.
  Wenn  schen  der  entflohene  Grotius  in  die  Dienste
seines  Vaterlands  nicht  mehr  zurückkreten  durfte,  so  gestattete
man  voch  der  ganzen  Partie  gleich  nach  Moritzens  Tode
eine  —  nur  wenig  eingeschränkte  Duldung.  Ihr  Gymnasium
  zu  Amsterdam  hatte  ein  ganzes  Jahrhundert  hindurch
die  größten  Theologen,  und  die  Geschichte  dieser  Partie  bewies
  in  ihrer  ganzen  Entwicklung,  welche  Vortheile  und
welche  Nachtheile  mit  einer  durch  Symbole  gar  nicht  eingeschränkten
  Kirchenfreiheit  verbunden  sind.