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deln.  Manche  wohlthaͤtige  Wirkung  konnte  wohl  nicht  gleich
anfangs  dadurch  unterdruͤckt  werden,  die  alte  Kirche  mußte
sie  vielmehr  begierigst  um  ihrer  Selbstvertheidigung  willen  benuͤtzen.
  So  kam  das  Studium  der  Bibelsprachen  auch  in
der  alten  Kirche  mehr  in  Gang,  man  bekam  auch  Katholische
Bibeluͤbersetzungen  in  die  Muttersprachen,  neue  Katechismusse,
neue  theologische  Compendien.  Einzelne  Bischoͤfe  und  Lehrer
suchten  ohne  Abfall  von  der  Rbmischen  Kirche  viele  bisher
sehr  geheiligte  Mißbräuche  außer  Gang  zu  bringen.  Auch
fehlte  es  nicht  an  Versuchen,  die  bloß  herrschende  Dogmatik
von  der  wahren  Katholischen  Orthodorie  zu  unterscheiden.
Aber  das  alles  waren  mehr  Privatbemühungen  als  Veranstaltungen
  der  Kirche  selbst,  Rom  suchte  sich  mit  Finsterniß,
nicht  mit  Licht  zu  schützen,  mit  Waffen  und  List,  nicht  mit
Aufklärung.

Ist  es  nicht  traurig,  daß  in  der  ganzen  Reformationsperiode
  kein  einziger  Mann  auf  Peters  Stuhl  saß,  der  als
Theologe  auch  nur  mittelmäßige  Achtung  verdiente.  Leo  X.
ist  schon  selbst  aus  Luthers  Geschichte  bekannt  genng.  Sein
Nachfolger  Adrian  VI.  war  zwar  ein  redlicher  Mann,  abet
er  erfuhr  durch  ein  mühseliges  Leben  und  durch  einen  frühen
Tod,  daß  ein  redlicher  Mann  nirgends  unbequemer  sitzt  als
im  Vatican.  Den  Bastard  Clemens  VIl.  hat  selbst  Kaiser
  Karl  V.  für  seine  Italiänische  Tücke  gezüchtigt,  und  die
unglücklichen  Canzleistreiche  in  dem  Ehescheidungsproceß  König
  Henrichs  VIII.  von  England  sollen  doch  nicht  als  Beweise
  der  päbstlichen  Untrüglichkeit  gelten?  Für  seine  unehlichen
  Kinder  hat  Paul  III.  trefflich  gesorgt,  aber  die  Geschichte
  des  Trientschen  Conciliums,  das  er  eröffnete,  ist  gar
zu  daurendes  Denkmahl  seiner  Arglist  und  untheologischen
Herrschsucht.  Julius  III.  würde  als  gemeiner  Landpredi--