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ger  wegen  seiner  allgemein  bekannten  schaͤndlichen  Lebensart
abgesetzt  worden  seyn;  zu  Rom  war  er  heiliger  Vater.  Und
wenn  auch  der  kaiserliche  Kanzler  Seld  unrichtig  vermuthet
hat,  daß  Paul  IlV.  nicht  mehr  bei  Vernunst  und  Sinnen
sey,  so  hat  er  doch  das  beste  Mittel  erwählt,  seine  Handlungen
  zu  erklären.  Pius  IV.  hat  die  Trienter  Synode  nicht
christlicher  geschlossen  als  Paul  III.  sie  anfieng,  und  sein
Nachfolger  Pius  V.  war  Conrad  von  Marburg  auf  dem
Rdmischen  Stuhl.

Der  Geschichtschreiber  soll  stets  kaltblütig  bleiben,  aber
wer  vermag  es?  Die  Ilaliäner  haben  uns  solche  Menschen
als  Statthalter  Gottes  auf  Erden  hingeboten,  und  gerade  zu
der  Zeit,  da  wir  schon  feierlich  unsere  Zweifel  erklärt  hatten,
daß  uns  diese  Statthalterschaft  verdächtig  scheine.  Leicht  begreiflich,
  daß  ein  solches  Regiment  nicht  anders  als  mit  Feuer
und  Schwert,  mit  Arglist  und  Trug  behauptet  werden  konnte;
  die  bedrängte  Katholische  Kirche,  wenn  sie  doch  nur  vorerst
  nicht  Römisch  päbstliche  Kirche  wäre!

6.  20.

Mittel,  wodurch  sich  die  Katholische  Kirche  gegen  ihren  Untergang
zu  schützen  suchte.  Büchercensur.  Inguisition.  Neue
Mönchsorden.

Bei  der  allgemeinen  Ideencirculation,  welche  durch  die
Buchdruckerei  so  gefährlich  veranlatzt  wurde,  war  es  für  das
päbstliche  Interesse  durchaus  nothwendig,  nur  so  viel  Wahrheit
  und  Geschichte  bekannt  werden  zu  lassen,  als  sich  zu  den
Meinungen  des  Römischen  Hofes  passen  mechte.  Deswegen
hatte  schon  Alerander  VI.  Büchercensoren  ausgesiellt,  aber
ganze  Verzeichnisse  von  Büchern,  die  man  entweder  gar  nicht
oder  nur  unter  der  warnenden  Vormundschaft  der  Kirche  lesen
  sollte,  gab  zuerst  Paul  IV.  ans  Licht,  und  Sirt  V.  hat