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dieses  Geschäft  einer  eigenen  Congregation  von  Cardinälen
übertragen.  Die  ganze  Geschichte  dieser  Verzeichnisse  beweist,
daß  man  nicht  einmal  gelehrte,  verständige  Männer  zu  sol,
chen  Ideenvisstaioten  aufstelltse.  Oft  zweifelt  man,  ob  Bosheit
  oder  Dummheit  bei  Verfertigung  dieser  Katalogen  mehr
geherrscht  habe,  ob  mehr  ungelehrte  Grausamkeit  bei  ihrer

Verfertigung  oder  mehr  Unmenschlichkeit  bei  ihrer  Vollziehung
  gebraucht  worden  sey.

Wo  anch  nicht  Spanische  Inquisition  eingefuͤhrt
war,  da  verfuhren  oft  Bischoͤfe  und  Obrigkeiten  als  ob  sie
beweisen  wollten,  wie  überflüssig  in  ihren  Gegenden  eine
Spanische  Inquisition  sey.  In  keinem  Lande  hat  sich  die  Katholische
  Kirche  als  herrschend  behauptet,  wo  es  nicht  unglaubliche
Grausamkeiten  gekostet  härte,  bis  sie  wieder  allein  herrschend
geworden.  Da  retteten  kein  Alter,  keine  Gelehrsamkeit,  teine
vorhergehende  Verdienste  um  Staat  und  Kirche,  und  die  niederkrächtigste
  Grausamkeit,  womit  man  den  Ketzer  oft  fangen
mußte,  glaubte  man  durch  ihre  Absscht  geheiligt  zu  haben.
Nie  vergißt  wohl  der  unparteiische  Geschichtforscher  zu  unterscheiden,
  was  überhaupt  Schwäche  eines  gewissen  Zeitalters
oder  besondere  Gesinnung  einer  einzelnen  Partie  sey:  aber
nun  schon  dritthalb  Jahrhunderte  lang  ruft  immer  neu  vergossenes
  Märtyrerblut  gen  Himmel,  und  selbsi  die  deutlichsten
Beweise  vom  politischen  Nutzen  einer  christlichen  Toleranz
haben  den  Geist  der  Römischen  Kirche  noch  nicht  gebessert.
Fast  ebenso  mit  den  Mönchsorden.  Schon  seit  dem  zehnten
  Jahrhundert  drehte  man  sich  im  ewigen  Cirkel,  den  Fehlern
  alter  reich  gewordener  Orden  durch  Stiftung  neuer  Insiitute
  zu  helfen,  und  diese  den  Bedürfnissen  der  großen  Hierarchie
  immer  mehr  anzupassen.  Die  Menschheit  behauptete
immer,  noch  vor  Absterben  der  ersten  Generation,  auch  trotz

Spittler's  sämmtl.  Werke.  II.  Bd.  22