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konnte  sich  einbilden,  daß  das  Gesuch  dieses  Menschen  zu
Rom,  einen  neuen  Orden  zu  stiften,  vom  Pabst  werde  gebilligt
  werden.  Dort  fiel  er  aber  in  die  Gesellschaft  solcher  politischen
  Theologen,  welche  sahen,  was  für  nützliche  Wendungen
  diesem  blinden  Eifer  gegeben  werden  könnten.  Man
schuf  ein  Amphibion  von  Welegeistlichen  und  Ordensleuten“
vom  Bettelorden  und  andern  Mönchsorden.  Es  sollte  nach
vorfallenden  Umständen  bald  das  eine  bald  das  andere  seyn.
Compagnie  Jesu  sollte  sein  Name  heißen;  denn  dem  Ritter
  träumte  immer  von  Regimentern,  und  Compagnien,
der  Name  Orden  klang  ihm  nicht  recht  militärisch.

Was  es  doch  für  Mühe  und  Ränke  kostete,  bis  diese
Gesellschaft  in  allen  Fugen  der  Staats=  und  Kirchenverfassung
  so  eingreifen  gelernt  hatte,  daß  zwei  volle  Jahrhunderte
hindurch  in  beiden  Systemen  fast  alle  wichtigere  Angelegenheiten
  nach  ihren  Absichten  vollführt,  durch  ihre  Hülfe  oder
ihren  Widerstand  gelenkt  wurden.  Der  Gesellschafter  Jesu
war  besonders  in  Portugall  gleich  anfangs  ein  sehr  willkommner
  Mann.  Der  Eifer  des  neuen  Ordens  konnte  vortrefflich
zu  Missionen  gebraucht  werden,  für  wesche  die  anderen  längst
gesicherten  Orden  meist  zu  bequem  oder  nicht  thätig  genug
waren.  Die  uneigennützig  scheinenden  Bemöhungen  der  Jesuiten
  für  den  Kinderunterricht  empfahlen  sie  aber  auch  da,
wo  man  keine  Missionairs  nöthig  hatte,  und  ihre  feinere  Lebensart,
  besonders  im  Contrast  mit  dem  stinkenden  Bettelmönch,
  dffnete  ihnen  den  Weg  an  die  Höfe  der  Koͤnige,
wenn  nicht  vielleicht  auch  ihre  gar  zu  menschliche  Moral  noch
mehr  dazu  beitrug,  sie  zu  angenehmen  Beichtvätern  der  Groben
  zu  machen.

Diese  Compagnie  Jesu  waren  die  Fanitscharen  des  heil.
Siuhls,  Schutz  und  Schrecken  des  Despoten,  dessen  imagi-