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der  Concordienformel  bewies,  noch  gar  nicht  als  entschieden
anzusehen,  daß  jeder  ächt  orthodore  Lutheraner  gerade  diese
  Entwickelungen  und  Bestimmungeng  der  Lehre  von  Vereinigung
  der  zwei  Naturen  in  Christo  nothwendig  annehmen
mässe.  Die  Helmstädter  Theologen,  vielleicht  geleitet  durch
den  Einfluß  ihres  Hofs,  widersetzten  sich  am  ernstlichsien,
aber  es  moͤchte  schwer  zu  entscheiden  seyn,  auf  welcher  Partie,
  ob  bei  der  der  Concordisten  oder  der  Nichtconcordisten
—  das  rabulistische  Streiten  am  weitesten  getrieben,  die  schriftstellerischen
  Sitten  durch  das  Streiten  am  meisten  verderbt
worden  seyn  mögen.  »  «

Mit  diesem  Orthodoriestreit  vereinigte  sich  auf  manchen
Universitäten  auch  die  Uneinigkeit  über  Ramistischer  und
Arisiotelischer  Philosophie,  oder  kamen,  wie  in  Chursachsen
geschah,  ganz  individuelle  einheimische  Händel  hinzu,  daß  oft
die  Politik  des  Hofes,  allein  ohne  daß  es  gelang,  einen  Einfluß
  auf  die  Gesinnungen  der  Theologen  zu  gewinnen  suchte.
Der  Chursächsische  Canzler,  Nik.  Crell  war  in  Versuchen
  dieser  Art  am  unglücklichsten  ,  Und  sein  Beispiel  zeigte
selbst  noch  im  Tode,  wie  genau  der  kaiserliche  Hof  durch
Politik  mit  den  strengeren  Lutheranern  verbunden  sey,  und  wie
jede  Annäherung  an  Ealvinische  Meinu  ngen  und  Gebräuche  zugleich
  auch  als  gefährliche  französische  Allianz  angesehen  werde.

Noch  ehe  auch  durch  Entstehung  des  Marburgischen  Erbschaftstreits
  und  der  noch  wichtigeren  Jülichischen  Surcesssonssache
  die  Teutschprotestantischen  Hôfe  mit  allem  Partiehaß
von  einander  sich  trennten,  so  waren  doch  der  Churpfälzische
und  Chursächsische  Hof  zwei  verschiedene  Anziehungspuncke
im  Teutschen  Staatenspstem,  und  die  Geschichte  dieser  beiden
Höfe  hatte  auf  den  Justand  der  theologischen  Litteratur  einen
fast  noch  bildenderen  Einfluß  als  die  zwei  Hauptstreitigkei=