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ten,  welche  im  ersten  Viertel  des  siebzehnten  Jahrhunderts
in  der  Lutherischen  Kirche  entstanden,  als  die  Controvers

1598  des  Helmstaͤdtischen  Theologen  Dan.  Hoffmann  und  der
Streit  zwischen  den  Tübingischen  und  Giessenschen
Theologen.

Dan.  Hoffmann  hatte  auf  der  Universität  Helmstädt
und  am  Braunschweigischen  Hofe  eine  mächtige  Partie  gegen
sich,  welche  in  Beziehung  auf  Studiermethode,  Familieninteresse,
  philosophisch  theologische  Grundsätze  so  völlig  von  ihm
verschieden  war,  daß  die  Verschiedenheit  auch  bei  einem  vorsichtigern
  Manne  sehr  leicht  in  Ketzerei  oder  Ketzermacherei
hätte  ausarten  können.  Seinen  zwei  Gegnern  wehe  zu  thun
oder  vielleicht  weil  er  das  Fach  seiner  Gegner  als  gegnerisches
  Fach  ansah,  ergoß  sich  der  unvorsichtige  Streiter  in
die  heftigsten  Invectiven  gegen  alle  Philosophie,  und  bestritt
mit  einer  fast  unglaublichen  Verblendung  allen  Gebrauch
auch  der  gesunden  Vernunft,  bis  ihm  sein  Hof  zur  Erhaltung
  der  dortigen  Universität  und  zur  Ehre  der  Vernunft
ein  Stillschweigen  auflegte,

Die  Streitigkeiten  zwischen  den  Tübingischen  und  Gies
senschen  Theologen  waren  eben  so  wenig  aufklärend  und  wurden
  noch  mehr  mit  partiemachendem  Eifer  geführr,  als  jene

1607  Hoffmannische  Controvers.  Balth.  Menzer,  einer  der  angesehensten
  Theologen  der  neuen  Universität  Giessen,  erklärke
die  Allgegenwart  der  menschlichen  Natur  Christi  auf  eine  Art,
mit  welcher  seine  Collegen  höchst  unzufrieden  waren,  welche
er  also  durch  Correspondenz  mit  andern  Universtitärstheologen
besonders  mit  denen  zu  Tübingen  Beifall  zu  verschaffen
suchte.  Luk.  Osiander  aber  und  Theod.  Thummius,
zwei  junge  rüstige  Männer,  auf  welchen  damals  das  Ansehen
der  letztern  theologischen  Facultät  beruhte,  erklärten  sich  gegen