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seine  Meinung,  und  Menzer,  der  bald  darauf  ansseinem
Tochtermann  Feuerborn  in  Eiessen  eine  Stütze  bekam,
gab  dieser  Nichtübereinstimmung  durch  geschärsteren  Widerspruch
  eine  Ruchbarkeit,  welcher  auch  jene  zwei  Tübingischen
Theologen  gar  nicht  auswichen.  Menzer  hiclt  es  für  biblisch
  richtig  zu  behaupten,  daß  Christus  während  dem  Stande
seiner  Erniedrigung  auf  den  Besi  itz  aller  göttlichen  Eigenschaften,
  Allwissenheit,  Allmacht  und  Weltregierung  freiwillig
Verzicht  gethan  habe;  zu  Tübingen  bielt  man  diese  Meinung
  der  Concordienlehre  von  wechselsweiser  Mittheilung  der
Eigenschaften  beider  Naturen  in  Chrisius,  höchst  nachtheilig,
und  der  Concordienformel  zu  liebe  wurde  behauptet,  Christus
habe  jene  Eigenschaften  nicht  nur  besessen  sondern  auch  ausgeübt,
  nur  unsern  menschlichen  Augen  unsichtbar.  Wer  sollte
glauben  können,  daß  ein  Streit  über  dies  e  Frage,  zu  deren
Beantwortung  die  Bibel  selbst  so  wenig  Stoff  giebt,  Jahrzehende
  lang  dauren  konnte,  große  polemische  Werke  veranlassen
  konnte?

Durch  alles  Hohngelaͤchter  der  Dillinger  Jesuiten
und  durch  alle  Vermittlungen  der  Chursächsischen  Theo—
logen  ließen  sich  die  Partien  nicht  aus  einander  bringen.
Der  Religionseifer  der  Papisten  war  schön  seit  der  Calender=  1382
historie  so  gereizt  und  so  rege,  die  einheimischen  Verhälktnisse
des  kaiserlichen  Hauses  für  den  Ausbruch  eines  Religionskriegs
  mit  jedem  Jahr  so  viel  geschickter,  die  Partien  der  Union
und  Lige  bei  jeder  neuen  Gelegenheit  von  Entzweiung  so  viel
kühner,  daß  jedes  Jahr  des  noch  verschobenen  Ausbruchs
unerwarteter  Gewinn  scheinen  mußte;  doch  vereinigte  man
sich  nicht  gegen  diesen  gemeinschaftlichen  gefährlichen  Feind!

Sie  würden  sich  vielleicht  schneller  zur  gemeinschaftlichen
Vertheidigung  auf  eine  kurze  Zeit  mit  einander  ausgesöhnt