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haben,  wenn  es  gegen  die  Reformirten  gegolten.  hätte,  denn

1619  da  die  Boͤhmische  Koͤnigssache  des  ungluͤcklichen  Churfuͤrsten

von  der  Pfalz  das  Signal  zum  Ausbruch  des  längst  drohenden
  Kriegs  gab,  so  zeigten  die  Tübingischen  Theologen  ihrem
Herzog  Johann  Friedrich,  daß  er  sich  von  Caloinischem
Sauerteig  rein  erhalten  solle,  und  der  zWberhofprediger  in
Dresden,  Matthias  Hoe  von  Hoenegg,  mag  vielleicht
noch  eine  Ursache  mehr  als  die  Tuͤbinger  gehabt  haben,  um
seinen  Herrn,  bei  welchem  er  alles  galt,  mit  der  Oesterreichischen
  Partie  zu  verbinden.

Man  kann  über  solche  Theologen  nicht  zürnen,  daß
ihnen  der  fromme  Arnd  ein  Gräuel  war.  Wie  die  Mystik
in  den  finstern  scholastischen  Perioden  des  mittlern  Zeitalters
zuletzt  noch  das  einzige  Lahsal  einer  nach  Religion  dürstenden
Seele  wurde,  so  war  nun  der  aͤhnliche  Fall  bei  ähnlichen
geiten.  Orthodorie  war  wohl  nicht  in  Val.  Weigels
Schriften  zu  lernen;  das  wußte  der  gelehrte  Arnd  so  gut  als
einer  seines  Zeitalters,  aber  er  wollte  zu  einer  Quelle  gehen,
welche,  ob.  schon  ein  wenig  trübe,  doch  noch  den  Durst  löschte.
Ihm,  einem  Prediger  und  Seelsorger,  nicht  blossem  Kathedertheologen,
  war  es  gar  zu.  einleuchtende  Erfahrung,  woför
das  Volk  Fassungskraft  habe,,  und  daß  es  nicht  metaphysisch
zugespitzte  Wahrheiten  seyen,  welche  dasselbe  zu  thätigen  Entschlüssen
  beleben.  Arnds  Schriften  werden  hie  und  da  noch
gegenwärtig  mit  vielem  Segen  gelesen,  ungeachtet  sie  manche
sehr  merkbare  Kennzeichen  ihres  individuellen  Ursprungs
tragen:  aber  welchem  auch  an  Verläugnung  gewöhnten  Ge,
lehrten  schauert  nicht  vor  Menzern,  Osiandern  und  Thummius.
