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Reformirte  Partie  als  ihren  Hauptfeind  ansahen,  und  —
lieber  Tuͤrkisch  als  Calvinisch  immer  noch  als  Signal  gelten
lassen  wollten.

Wie  ein  Geschenk  des  Himmels  erschien  mitten  unter  diesem
  ausgearteten  Geschlechte  Ge.  Calirtus,  ein  Theologe
zu  Helmstädt,  der,  besonders  auch  als  Kirchenhistoriker,  ausgebreitete
  Gelehrsamkeit,  trefflichen  Scharfsiun  und  freimüthige
  Wahrheitsliebe  unter  den  vortheilhaftesten  äußern  Umständen
  vereinigte.  Eine  nicht  bloß  polemische  Vertrautheit
mit  den  Schriften  der  Katholiken  ließ  den  großen  Mann  gewisse
  gemeinschaftliche  Puncte  entdecken,  in  welchen  vielleicht
die  getrennten  Parteien  einander  näher  treten,  und  endlich
nach  einer  Erbitterung,  die  beiden  Parteien  hoch  genug  zu
stehen  gekommen,  Friede  machen  könuten.  Auch  manches,
was  bisher  unter  den  Lutheranern  durch  eine  gewisse  Lehrerstraditon
  gleichsam  kanovisirt  worden  war,  hielt  die  Probe
seines  Scharfsinns  nicht  aus.  Er,  seit  Chemnitzen  der  gelehrteste
  und  gründlichste  Gegner  der  Romischen  Kirche,  bekam
  von  der  orthodoren  Secke  seines  Zeitalters  den  Namen
ines  Synkretisten,  und  die  Wittenbergische  Partie,  deren

1656  Haupt  Abr.  Calov  war,  brauchte  auch  noch  nach  seinem  Tode
alle  Verketzerungskünste,  deren  höchster  Triumph  aufs  neue  eine
versuchte  symbolische  Schrift  seyn  sollte.  Die  Standhaftigkeit
  der  Fenaischen  Theologen,  unter  welchen  sich  Musäus
vorzöglich  auszeichnete,  wandte  mit  großer  Mühe  das  drohende
Unglück  ab.

.  27.
Westphülischer  Friede.

Bei  solchen  Gesinnungen  der  Chursächsischen  Theologen
kann  es  nicht  sehr  befremden,  wenn  sich  ihr  Churfürst,  zum
Theil  vielleicht  auch  aus  Eifersucht  über  Brandenburg  und