sich  vor  dem  Zeitalter  Friedrichs  und  Josephs?  In  der  Geschichte
  der  Churpfälzischen  Kirche?
&amp;.  28.
Verfchiebene  für  eine  bald  zuverlässigere  Aufklärung
zusammentreffende  umstände.

So  heftig  erst  noch  nach  dem  Tode  des  ältern  Calirtus
die  synkretistischen  Streitigkeiten  ausbrächen,  so  war  doch  ein
bald  folgender  glücklicherer  Zustand  der  Frciheit  schon  in  seiner
  halb  entwickelten  Vorbereitung  vorhanden.  Der  große
Churfürst  Friedrich  Wilhelm  lehrte  die  Lutheraner  seines
Landes  Toleranz  und  noch  unter  seiner  Regierung  nahmen
Reformirte  und  Lutheraner  wahr,  wie  möglich  es  sey,  man.
ches  aneinander  zu  tragen.  Herzog  Ernst  in  Gotha  wirkte
im  kleinern  eben  so  große  Dinge  als  Friedrich  Wilhelm,  wenn
schon  hie  und  da  noch  in  einigem  Nebel  gutgemeinter  theologischer
  Vorurtheile;  und  der  dritte  große  Zeitgenosse,  Herzog
August  in  Wolfenbüttel,  war  wohl  nur  zu  schüchtern  und  zu
sehr  selbst  Theologe,  als  daß  er  alles  that,  was  er  hätte  thun
können.

Doch  leuchtete  das  Licht  nicht  wenig,  das  diese  drei  Fürsten
aufsteckten,  indeß  dasjenige  Land,  wo  die  Reformation  aufgegangen,
  ihrem  vollendenden  Fortgang  immer  mehr  hinderlich
  wurde,  und  in  Würtemberg  die  Zeit  der  Osiander  noch
gar  nicht  vorüber  war.  Der  Tübingische  Canzler  Johann
Adam  Osiander  fällte  den  größten  der  letztern  Hälfte  des  vo,
rigen  Jahrhunderts,  wie  ehemals  Lukas  Osiander,  Arndts
Gegner,  die  erstere  Hälfte  desselben.

Sehr  sichtbar  aber  zeigten  sich  doch  auch  hier  die  Wirkungen
der  Aufklärung,  welche  die  Emissairs  Ludwigs  XIV.  und  die
allgemeine  Bewunderung  des  siegreichen  Königs  nicht  lange
nach  den  Zeiten  des  westphälischen  Friedens  an  den  Höfen